Buchreview: „Veggie-Baby. Vegetarisch kochen für Babys und Kleinkinder“ von Bettina Snowdon

9783830480952_cover_mEine vegetarische Ernährungswissenschaftlerin schreibt ein Buch für vegane und vegetarische Minis und nennt es „Veggie-Baby. Vegetarisch kochen für Babys und Kleinkinder“. Find ich gut.

Ich mach das jetzt mal in Listenform:

  • Als erstes fällt die tolle Aufmachung auf: schön und professionell sieht das Buch aus. Gutes Layout, gute Fotos, hübsch illustriert. Macht Spaß anzusehen.
  • Das Buch ist sehr breilastig. Baby-Led-Weaning-Fans könnte das etwas stören. Meiner Erfahrung nach machen aber viele Eltern eine Mischung aus das Kind weiterstillen, Brei und Fingerfood und dann passt das Buch auch wieder, denn Tipps für Fingerfood ziehen sich durch das ganze Buch.
  • Ein kleiner, vergleichsweise ausführlicher und guter Ernährungs-Einführungsteil erinnert an die Basics von verschiedenen Nährstoffen und woher man sie bezieht.
  • Witzig, cool und hilfreich für neue Veggie-Eltern finde ich den Zweiseiter mit den „doofsten Fragen und die schlagfertigsten Antworten“ und auch noch mal mit den Tipps „Kritikern gekonnt kontern“.
  • Ein kurzes Kapitel widmet sich extra der veganen Kinderernährung. Schade finde ich, dass sie das Thema sehr defizitorientiert bespricht und weniger Wert darauf legt, konkrete Empfehlungen zu geben und dass die notwendige B12-Supplementierung sehr ausführlich und problemorientiert thematisiert wird. Keine Frage: Es wäre grob fahrlässig nicht ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass es ohne B12-Supplementierung nicht geht. Dann wäre noch noch eine Dosierungsempfehlung für Babys und Kinder gut gewesen (in dem Buch gibt’s leider nur eine für abgestillte Babys, macht ja aber nix, hier auf TofuFamily.de kannst Du ja nachlesen, wie Du’s für alle anderen Altersstufen dosieren musst). Wenig hilfreich finde ich die Praxistippps in Bezug auf B12: Snowdon empfiehlt hier kategorisch „Sojamilch“ als Quelle, dabei sind längst nicht alle Sojadrink-Sorten mit B12 angereichert. Mir fällt auf Anhieb auch kein salzarmes Hefeextrakt ein, das ich meinem Kind zur B12-Versorgung geben könnte. Außerdem ist die Variante, sich B12 über angereicherte Lebensmittel zu versorgen sowieso heikel – da muss man den ganzen Tag über rechnen, ganz abgesehen davon, dass viele angereicherten Lebensmittel eben prozessierte Produkte sind mit eingeschränkter Geeignetheit für Babys. Die Ernährungstipps müssen sich vegane Eltern woanders herholen.
  • Super finde ich die zwischen die Rezepte geschobenen Texte über Gemüse-, Obst- und Getreidesorten, Fette und Öle, Nüsse und Nüsse sowie Sojaprodukte – und ihren Nährstoffen und Vorzügen. Artikel wie „Gemüse mit besonders viel Eisen“ sind wirklich hilfreich.

Wie veganfreundlich ist das Buch?

Von insgesamt 28 Brei-Rezepten sind 7 unvegan. Von insgesamt 17 Fäustchen-Food (so nennt sie Finger-Food und ich glaube, das mache ich ab jetzt auch, klingt viel süßer!) sind 8 unvegan. Von insgesamt 58 Kleinkinder-Rezepten sind 44 unvegan (falls ich mich nicht verzählt habe, was ich wahrscheinlich getan habe). Die Bilanz der letzten Kategorie fällt jetzt nicht so super aus, allerdings sind, soweit ich das beurteilen kann, viele der Rezepte (wenn auch nicht alle) recht einfach veganisierbar, indem man beispielsweise statt Butter Margarine oder statt Kuhmilch Hafermilch o.ä. nimmt.

Fazit

Ich kann mir nicht helfen, trotz der oben erwähnten Kritikpunkte finde ich das Buch total empfehlenswert, es ist von allen auf TofuFamily.de vorgestellten Büchern dieser Art das beste. Ich finde die Rezepte – selbst die für Breie – sehr ansprechend und ich denke, unbedarfte vegetarische und vegane Eltern wird mit diesem Buch über viele Unsicherheiten geholfen. Vegane Eltern wissen, dass sie sich sehr gut informieren müssen und deshalb wird ihnen klar sein, dass sie neben diesem Buch auf jeden Fall einen Ernährungsratgeber lesen müssen, deshalb will ich nicht mal für das unzulängliche Vegan-Kapitel einen Abzugspunkt geben.

Bettina Snowdon: Veggie-Baby: Vegetarisch kochen für Babys und Kleinkinder. Trias Verlag 2015. 160 Seiten, 14,99 Euro.

Du kannst TofuFamily.de unterstützen, indem Du das Buch über diesen Link bei Amazon bestellst. Danke sehr! 🙂

3 Kommentare
  1. Könntest du auch einen ergänzenden Etnährungsratgeber empfehlen? Muss mich aus „aktuellem Anlass“ gut informieren 🙂

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