Kinderbücher: Was ich meinem Kind nicht vorlese

Rassismus und Sexismus in Kinderbüchern - Was ich meinem Kind nicht vorlese

Meine kleine Nachbarin (8, hellblond, hellgrauäugig) fragte mich neulich, wie es denn eigentlich komme, dass ich als „dunkler Mensch“ mit einem „hellen Mensch“ verheiratet sei und wir zusammen auch noch ein Kind hätten. Das meinte sie gar nicht böse oder wertend – sie fand es einfach nur seltsam: Für ihre Begriffe gehörte das nicht zur Normalität. Ich weiß, dass ihre Eltern ihr diese Sicht nicht beigebracht haben; ihre Mutter hörte aus einiger Entfernung mit, war total entsetzt und entschuldigte sich bei mir für die Aussage ihrer Tochter. Aber irgendwoher hat das Mädchen ihre Wahrnehmung von Normalität – und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Medien, zu denen unsere Kinder Zugang bekommen, diese Wahrnehmung maßgeblich prägen. Es ist wichtig, dass wir klarhaben: Die Medien, genauer gesagt die Darstellungen darin mitsamt der darin verwendeten Sprache sind die Mit-Erzieher unserer Kinder. 

Und deshalb gucke ich genau hin, was ich meinem Kind vorlese – und oft lese ich meinem Kind eben nicht das vor, was da auf den Seiten geschrieben steht, weil da Dinge als Normalität dargestellt werden, mit denen ich nicht einverstanden bin. Und ich lese meinem Kind explizit andere Bücher vor – in denen nämlich eine Normalität sichtbar sein darf, die unserer Wirklichkeit viel mehr entspricht, als zum Beispiel die Darstellung von Vater-Mutter-Kind als „normales“ Familienmodell. Ein paar dieser Kinderbücher, die ich empfehlenswert finde, liste ich weiter unten auf. Aber jetzt erst mal ein paar der Dinge, die ich in unserer Gesellschaft verändert haben will, und damit fange ich an, indem ich sie meinem Kind nicht beibringe. Zum Beispiel:

Aus: „Mehr von uns Kindern aus Bullerbü“ von Astrid Lindgren

„Obgleich Swipp fast so klug ist wie ein Mensch und viel klüger als ein Mädchen – sagt Lasse.“

Immer dieser Lasse! Oles Hund Swipp ist seiner Meinung nach also klüger als ein Mädchen. Ausnahmsweise fällt Lasse damit aber mal gar nicht so sehr aus dem Rahmen – denn auch Wirklichkeit halten selbst Mädchen Mädchen für nicht besonders klug, und das bereits ab einem Alter von etwa sechs Jahren, wie eine Studie herausfand. Woran das wohl liegen mag? Vielleicht tragen Kinderbücher, in denen behauptet wird, Hunde seien schlauer als Mädchen, dazu bei? Manche Sätze kann man beim Vorlesen einfach weglassen, oder nicht?

Rassismus in Kinderbüchern

Aus: „Mehr von uns Kindern aus Bullerbü“ von Astrid Lindgren

„Das sind fünf schwarze N* in einer dunklen Kammer“, lachte Lasse

Mir wird echt ein bisschen schlecht, wenn ich das lese. Ich weiß, es gibt nach wie vor viele Menschen, die beim N-Wort nichts finden, die sich zum Beispiel auch standhaft weigern, Schaumküsse zu sagen oder es einfach nicht für wichtig genug erachten, ihre Sprachgewohnheiten zu ändern. Die Menschen, die ich so etwas sagen höre, sind immer und ausschließlich Weiße Menschen. Und die wissen vielleicht einfach nicht, dass es nichts mit Political Correctness zu tun hat, auf dieses Wort zu verzichten, sondern damit, dass das N-Wort ein Schmerzwort ist. Das tut den meisten Menschen die damit gemeint sind richtig weh. Denn dieses Wort wird seit Jahrhunderten – bis heute! – verwendet, um Schwarze Menschen auf abwertende, herabwürdigende Weise zu bezeichnen. Und Du kannst davon ausgehen, dass die meisten Schwarzen Menschen die Du kennst, dieses Wort schon seit dem Kindesalter direkt als gegen sie gerichtete Beleidigung gehört haben.

Und dann passiert in diesem Satz noch etwas anderes: Er tut so, als seien Schwarze Menschen irgendwie „anders“ und richtet den Fokus der Wahrnehmung Schwarzer Menschen auf ihre Hautfarbe. In Wirklichkeit macht es nämlich einfach mal keinen Unterschied, welche Hautfarbe ein Mensch hat, der in einer dunklen Kammer steht – schließlich würde man sogenannte Weiße Menschen in einer dunklen Kammer genauso wenig sehen. Das ist deshalb problematisch, weil das eine zentrale Erfahrung von People of Color ist: dass sie nicht primär als MenschMensch gesehen werden, sondern als HautfarbenMensch. Und dass ihnen aufgrund ihrer Hautfarbe ständigständigSTÄNDIG Eigenschaften, Fähigkeiten oder Zugehörigkeiten ab- oder zugesprochen werden („Schwarze haben den Rhythmus einfach im Blut“, „Sie können aber gut Deutsch!“, „Und woher kommen Sie wirklich?“). Ich bin ganz sicher: Damit Kinder Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe unterscheiden, müssen wir ihnen erst mal beibringen, die Hautfarbe als Unterscheidungsmerkmal wahrzunehmen. Auf zuckersüße Weise hat uns das der kleine Jax (links im Bild) gezeigt, der unbedingt den gleichen Haarschnitt wie sein Freund Reddy (rechts im Bild) haben wollte, damit der Lehrer sie nicht auseinanderhalten kann und sie ihm damit einen Streich spielen können:


Ich wünsche mir, dass wir nicht schon unsere Kinder darauf trainieren, Menschen als Hautfarbe wahrzunehmen. Und deshalb lese ich meinem Kind an dieser Stelle immer vor: „Das sind fünf Menschen in einer dunklen Kammer“, lachte Lasse.

Übrigens: Ich verwende in diesem Text ausschließlich die Begriffe „Schwarze“ oder „People of Color“ für Menschen mit Rassismuserfahrung. Um hervorzuheben, dass es sich bei den Begriffen „Weiß“ oder „Schwarz“ in Bezug auf Hautfarben nicht tatsächlich um Farbadjektive handelt (denn objektiv sind Weiße genauso wenig weiß wie Schwarze schwarz sind), sondern um ein Konstrukt von Identität, zugeschriebener Zugehörigkeit und Selbstbezeichnung, werden diese Begriffe groß geschrieben. Wenn auch Dir eine achtsame, diskriminierungsarme Sprache wichtig ist, Du Dir aber manchmal unsicher bist, möchte ich Dir den Leitfaden für rassismuskritischen Sprachgebrauch ans Herz legen.)

Aus: „Zusammen!“ von Daniela Kulot

„Ob zickig oder nett – einerlei im Bett“

Eigentlich finde ich „Zusammen!“ von Daniela Kulot super! Es ist ein total süßes Buch für Kinder ab zwei, mit lustigen kurzen Reimen, in dem Gemeinschaft im Vordergrund steht, und es egal ist, wie man aussieht oder was man kann oder nicht kann oder so. Ich habe es auf der Suche nach Kinderbüchern entdeckt, in denen die Vielfalt unserer Gesellschaft abgebildet wird: Hier kommen Kids of Color und auch ein Kind im Rollstuhl ganz selbstverständlich vor, ohne dass das sie als solche eine Rolle spielen oder das thematisiert würde; sie sind einfach da, weil sie da sind – Inklusion in Vollendung! Deshalb passt es eigentlich sehr gut weiter unten in die Liste der Bücher, die ich für empfehlenswert halte. Nur an dieser einen Zeile störe ich mich schon sehr, und zwar aus einer Grundsätzlichkeit heraus. Immer wenn ich höre, wie Eltern ihre Töchter (!) als zickig oder Zicke bewerten, rollen sich mir die Zehennägel hoch. Frauen oder Mädchen sind nämlich immer dann „zickig“ wenn sie: sich durchsetzen wollen, schlechte Laune haben, sich beschweren, streiten, anecken, meinungs- und willensstark sind, unangepasst oder ungehorsam sind. Ich habe ja gerade mit meinem fabelhaften Mann gebrainstormt was ihm zum Wort „Zicke“ einfällt, und er sagte: „Ja zum Beispiel im Streit, wenn die Frau nicht nachgeben will. Oder widerspenstig ist. Oder eigensinnig.“ Ja! Genau! Im Grunde verwenden wir diesen Begriff, wenn Mädchen oder Frauen nicht die warmherzigen, nachgiebigen, entspannten Wesen sind, die uns das Leben möglichst einfach machen. Wenn ein Mädchen oder eine Frau sicher gehen will, niemals als Zicke bezeichnet zu werden, muss sie im Grunde den Mund halten, und immer schön das machen, was ihr Umfeld von ihr erwartet.

Weil das Mädchen im Bild so aussieht, als würde sie sich gerade über etwas ärgern, lese ich an dieser Stelle vor: „Ob sauer oder nett – einerlei im Bett“.

 

Sexismus in Bilderbüchern

Aus: „Schnuddelbuddel sagt Gutnacht“ von Janosch

„Jeden Morgen geht Schnuddelpapa zum Arbeiten, weil er der Vater ist.“

Ich liebe ja Janoschs Schnuddelbuddel-Geschichten und dieses kleine Büchlein konnte ich als Kind AUSWENDIG. Gleichzeitig habe ich keine Lust auf Klischees. Und deshalb lasse ich beim Vorlesen „weil er der Vater ist“ einfach weg.

Aus: „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren

Natürlich, die Kolonialzeit ist längst vorbei – aber sie wirft einen sehr, sehr langen und sehr, sehr hässlichen Schatten. Früher fand man (also wenn man Weiß war) gar nichts dabei, in Gebiete, in denen Schwarze lebten, einzudringen und deren Bodenschätze und die Bevölkerung auszubeuten – das war Normalität. Sklavenhandel wäre nicht möglich gewesen, ohne das systematische und grundsätzliche Abwerten Schwarzer Menschen. Weil Schwarze Menschen als Untermenschen betrachtet wurden, war es erst möglich, sie wie Gegenstände zu betrachten, die man mitnehmen, verkaufen, besitzen durfte. Und auch wenn wir das nicht auf dem Schirm haben: Diese Abwertung spiegelt sich in den Büchern von Astrid Lindgren wider: Es reicht, ein in der Südsee zufällig an Land gespülter Weißer zu sein, um König über die dort lebenden Schwarzen Menschen zu werden. Und seine Tochter wird dann automatisch Prinzessin – Weiße als herrschaftliche Hoheit über Schwarze, einfach so. Hier ist so viel im Argen, dass ich keine standardisierte Alternativ-Vorlesart habe, und da mein Sohn kein Pippi-Fan ist, drängte sich mir auch nicht die Notwendigkeit auf, mir da etwas zu überlegen. Ich finde Pippi Langstrumpf schon wichtig, da die Kinderbuch-Landschaft wahrlich nicht gerade reich an starken Mädchenfiguren ist – aber verschiedene Textstellen, in denen es um Schwarze geht, finde ich unvorlesbar.

Ich weiß, dass der Verlag Pippis Vater mittlerweile „Südseekönig“ statt „N-könig“ nennt – damit behelfe ich mich bei den seltenen Gelegenheiten, in denen ich aus Pippi Langstrumpf vorgelesen habe. Allerdings habe ich hier dann mit meinem Sohn Gespräche darüber geführt, dass das natürlich Quatsch ist, und dass Schwarze Menschen auf Südsee-Inseln in Wirklichkeit sicher Besseres zu tun haben, als angespülte Seemänner zu ihrem König zu machen.

Aus: „Vielleicht ist auch alles Unsinn, was ich sage“ von Janosch

„Das Mädchen freilich gefiel dem Froschkönig überhaupt nicht, denn sie war nicht besonders schön. Sie hatte zu kurze Beine, war auch etwas zu dick und ihre Haare waren wie Stroh.“

Also, wenn ich meinem Kind so einen Text vorlese, kann ich es auch gleich Germany’s Next Topmodel gucken lassen. Die Message: Es ist sehr wichtig, schön zu sein. Wenn Du etwas zu dick bist, bist Du nicht schön, aber das weißt Du sicher schon längst. Du musst auch sehr auf Deine Haare achten, denn Haare wie Stroh sind auch nicht schön. Und wenn Du nicht schön bist, gefällst Du den Männern nicht. Es ist aber wichtig, Männern zu gefallen. Sei also schön. Und wenn Du es nicht bist, sei wenigstens unzufrieden mit Dir. Denn worüber Du Dir wirklich keine Illusionen machen solltest: Deine inneren Werte sind unterm Strich eigentlich scheißegal.

Ich lese lieber vor: „Das Mädchen gefiel dem Froschkönig nicht, denn sie war irgendwie nicht sein Typ. Aber in seiner Not…“

Übrigens sehe ich uns Eltern nicht nur beim Vorlesen in der Verantwortung: Wenn wir solche Buchstellen auslassen, aber im Alltag von Diäten, Kalorien und Abnehmen sprechen, können wir unsere Kinder auch ruhig Germany’s Next Topmodell gucken lassen. Dass es normal ist und irgendwie dazu gehört, mit seinem Körper unzufrieden zu sein, kann man nämlich auch ganz hervorragend von den eigenen Eltern lernen.

 

Aus: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Michael Ende

„Es war sogar ganz außerordentlich klein im Vergleich zu anderen Ländern wie zum Beispiel Deutschland oder Afrika oder China.“

Und jetzt schreiben alle zur Strafe 100 Mal: „Afrika ist kein Land, sondern ein gigantischer, enorm heterogener Kontinent.“ Späßchen, Häschen – ich glaube nicht an Strafen, auch nicht für Erwachsene. Woran ich aber schon glaube, ist, dass uns allen zumutbar ist, uns von unserem bisherigen, sehr vereinfachten Afrika-Bild zu verabschieden. Dieses Afrika-Bild spiegelt sich zum Beispiel auch in „Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika“ von Oliver Scherz wider: Zu Afrika fällt uns nämlich selten mehr ein als wilde Tiere, Savanne, und vielleicht noch Hilfsbedürftigkeit (deshalb ja auch der Weiße König, der rettet die armen hilflosen N.). Ich habe das Vorlesen von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ übrigens eingestellt. Michael Ende war mein halbes Leben lang mein Held (ich wollte nämlich schon als Kind Schriftstellerin werden, wirklich wahr, und habe mir früher gewünscht, dass meine Freundinnen an Rudi Carrell schreiben, damit ich Michael Ende in Rudi Carrells Überraschungs-Show kennen lernen darf) und mir ist klar, dass es für diese Dinge damals, als er das Buch schrob, kein Bewusstsein gab. Aber ich fürchte, es gibt heute immer noch jede Menge Menschen, die Sätze wie den folgenden völlig unproblematisch finden:

„‚Das dürfte vermutlich ein kleiner N* sein‘, bemerkte Herr Ärmel und machte ein sehr gescheites Gesicht.“

Als wir neulich Besuch von einer befreundeten Familie hatten, die wir eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatten, war der Sohn ein bisschen entsetzt darüber, als ich „Scheiße“ sagte – solche Worte sagt man bei denen nicht (Ich fürchte, ich habe kurz darauf auch noch „FUCK, FUCK, FUCK!!“ geflucht, als ich mich mal wieder irgendwo gestoßen habe). Bei uns zu Hause gibt es eigentlich keine verpönten Wörter, hier wird viel geflucht, vor allem von mir. Aber das N-Wort schreibe ich nicht einmal. Sogar „N-Wort“ in zensierter Form zu schreiben, macht mir Herzklopfen, weil ich weiß, dass dieses Wort die meisten Schwarzen Menschen schon seit ihrer Kindheit als Beleidigung begleitet und in ihren Ohren dröhnt und wehtut; dieses Wort trägt so viel Schmerz in sich. Ich würde mir wirklich wünschen, dass es einen gesamtgesellschaftlichen Konsens zur Ächtung dieses Wortes gäbe, so dass wir auch nicht mehr die zensierte Version verwenden müssten. Ich will, dass es ausstirbt.

„Da streckte das Baby seine kleine schwarze Hand mit den rosa Handballen nach ihm aus und Lukas ergriff sie behutsam mit seiner großen schwarzen Hand“
„Jims größter Wunsch war es nämlich, später auch Lokomotivführer zu werden, weil dieser Beruf so gut zu seiner Haut passte.“

„Was ist denn daran jetzt schlimm?!“ – Hand hoch, wer denkt das gerade? Und es ist völlig ok, diese Dinge KANN man nicht wissen, wenn man das Erfahrungsset nicht gemacht hat, das People of Color ihr Leben lang machen. Und dazu gehört zum Beispiel: Einfach mal nirgends repräsentiert zu werden. Die HeldInnen in Büchern oder Filmen, die Spielfiguren – alle Weiß. Und wenn ausnahmsweise, wie in diesem Fall, doch mal eine Person of Color auftaucht, dann taucht sie da nicht einfach ganz beiläufig und selbstverständlich auf – sondern ihre Hautfarbe ist die ganze Zeit Thema. Das ist nämlich eine weitere Erfahrung, die man sich als Weißer Mensch gar nicht vorstellen kann: Wie das ist, ständigständigSTÄNDIG als Hautfarbe wahrgenommen zu werden. Als Weißer Mensch braucht man sich über seine Hautfarbe gar keine Gedanken machen – People of Color haben dieses Privileg leider nicht. Dunkelhäutige SchauspielerInnen etwa prangern regelmäßig an, dass es für sie praktisch unmöglich ist, „neutrale“ Rollen zu bekommen, also als ganz normale Figur, die zufällig und unthematisiert Schwarz oder Braun zu sein. Die Figuren, die sie spielen sollen, haben immer etwas mit der Repräsentation von Klischees ihres Phänotyps zu tun – SchauspielerInnen mit einem Aussehen, das gerne als arabisch gelesen wird, werden z.B. primär für Rollen als TerroristInnen angefragt, und haben kaum Chance, auch einfach mal eine ganz normale Ärztin oder so zu spielen, die halt zufällig und unthematisiert of Color ist.

„Das Waschen fand er besonders überflüssig, weil er ja sowieso schwarz war und man gar nicht sehen konnte, ob sein Hals sauber war oder nicht.“
„Als das Baby hörte, wie Lukas vor sich hin grollte, begann es zu weinen […]. Außerdem war es auch erschrocken vor dem großen schwarzen Gesicht von Lukas, denn es wusste ja noch nicht, dass es selber auch ein schwarzes Gesicht hatte.“

Schwarze Haut mit Dreck und Verängstigung zu verknüpfen – auch das hat lange Tradition, und es muss sowas von unbedingt aufhören, und am besten fangen wir gar nicht erst an, unseren Kindern solche Verknüpfungen mitzugeben. Leute, da sind wir uns doch hoffentlich einig: das geht gar nicht!

Wenn Michael Ende hier ein Schwarzes Kind als Protagonist gewählt hätte, ohne seine Hautfarbe zu thematisieren, hätte ich ihn weiterhin für den Rest meines Lebens abgefeiert. So jedoch: Bevor „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ nicht völlig umgeschrieben wird, halte ich dieses Buch für unvorlesbar.

Diversität: Kinderbücher, die Vielfalt zeigen und stark machen

Fast alle der hier genannten Bücher – bis eben auf Jim Knopf – mag ich sehr gerne. Ich lese sie modifiziert vor, oder, wenn das nicht geht oder schon zu spät ist, erkläre meinem Sohn, warum ich das, was da steht, nicht gut finde. Solche Gespräche mit unseren Kindern finde ich sowieso wichtig – denn diese Vorurteile, Klischees, Weltbilder, die ich in diesem Text angesprochen habe, begegnen ihnen früher oder später sowieso.

Im Internet findet man jede Menge Listen mit Kinderbüchern, die mehr Achtsamkeit aufweisen in Bezug auf Genderrollen, Interkulturalität, Rassismus und ähnliches, oder auch Zugehörige marginalisierter Gruppen (= Gruppen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt und dadurch an selbstverständlicher Teilhabe und Sichtbarkeit eingeschränkt sind) zeigen und damit sichtbar machen, indem z.B. Kids of Color, Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich und beiläufige Figuren sind oder Familienmodelle abseits vom Mutter-Vater-Kind-Modell gezeigt werden – so dass sich nicht nur Weiße Kinder heterosexueller und zusammenlebender Eltern in Büchern wiederfinden können. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie gut diese verschiedenen Listen sind, da ich nicht alle darin gelisteten Bücher kenne. Ganz unbedingt empfehlenswert finde ich das Dossier der Heinrich-Böll-Stiftung: Vorurteilsbewusste Kinderliteratur jenseits hegemonialer Weltbilder.

Ich finde nicht, dass alle Bücher und Spielsachen „pädagogisch wertvoll“ sein müssen – allerdings finde ich wichtig, dass die Medien, die unsere Kinder konsumieren, keine Vorurteile oder Diskriminierungen reproduzieren. Und ich finde wichtig, dass Minderheiten und alternative Lebensmodelle abgebildet werden.

Und wie wichtig es ist, für Zugehörige marginalisierter Gruppen sich selbst öffentlich repräsentiert zu sehen, zeigt dieses Video von einem Mädchen, das eine Beinprothese trägt, und vor Glück und Fassungslosigkeit in Tränen ausbricht, als es eine Sonderanfertigung einer Puppe bekommt, die auch eine Beinprothese trägt. Wir Menschen brauchen die Sicherheit, dass wir „normal“ sind – und das findet unter anderem dadurch statt, dass das, was wir sind, sich in der Öffentlichkeit widerspiegelt, gezeigt wird, sichtbar sein darf, dass wir vorkommen, dass wir ganz selbstverständlich dabei sind. Das passiert aber nicht nur mit Minderheiten – auch die Hälfte der Menschheit ist unglaublich unterrepräsentiert: Ich mag z.B. das Buch „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ sehr gerne – aber da kommt einfach mal keine einzige weibliche Figur vor! Keine einzige! Ich verbanne das Buch deshalb nicht, finde aber wichtig für Ausgleich mit Büchern zu sorgen, die präsente Mädchen- oder Frauenfiguren zeigen.

Und hier mal einige Bücher, die ich Euch in diesem Kontext ans Herz legen möchte:

Cover: Das Wort, das Bauchschmerzen macht„Das Wort, das Bauchschmerzen macht“ von Nancy J. Della (ab 12 Jahren)

Ich fürchte, die Illustrationen werden nicht jeden ansprechen (mein Sohn mag sie nicht so gerne), und das ist so schade, denn ich finde, dieses Buch sollte unbedingt in jedem Kinderzimmer und in jeder Schulbibliothek stehen – und auch viele Erwachsene können daraus lernen. Es geht um die Schwarzen Zwillinge Lukas und Lennard, die beim Vorlesen in der Schule plötzlich mit dem Wort, das Bauchschmerzen macht, konfrontiert werden. Ich finde, keine politische Argumentation bringt so gut rüber, wie schmerzhaft das N-Wort ist, wie die Beschreibung aus der kindlichen Sicht. Super finde ich auch den Prozess, während dem die Familie gemeinsam nach Lösungen für diesen Konflikt sucht, und natürlich auch letztlich fündig wird. Coolerweise ist die fiktive Grundschule in der Geschichte auch noch nach Emma Goldman benannt – googeln und unseren Töchtern von starken Frauen der Geschichte erzählen! Interessant finde ich auch, wie die Autorin/der Verlag mit Korrekturen umgeht: Weil an einer Textstelle ein Kind „flapsigerweise“ das Verbrennen von Büchern mit schmerzhaften Inhalten vorschlägt, und die Verantwortlichen im Nachhinein fanden, dass man so eine Bemerkung nur dann stehen lassen sollte, wenn sie „adäquat eingeordnet“ wird, liegt dem Buch ein Aufkleber bei, den man über diese Seite kleben kann, und der den etwas unglücklichen Vorschlag zur Bücherverbrennung mit einer Zeichnung verbirgt. Ich denke, wenn mein jüngerer Sohn mal Interesse an Pippi-Langstrumpf-Büchern zeigen sollte, dann werde ich mit den Büchern ähnlich vorgehen. Ich finde übrigens, das Buch ist auch für jüngere Kinder als vom Verlag empfohlen, geeignet. | Link

Cover Ich mag... Kitzing„Ich mag…“ von Constanze von Kitzing (ab 3 Jahren)

So ein herziges Buch! Erstaunlich dick für ein Pappbuch wegen der vielen Seiten, erzählen viele verschiedene Kinder, was sie so mögen: Barfußlaufen, Wasser, Wolken, kleine Sachen… Was dieses Buch besonders macht: Es kommen viele Kids of Color vor, und es wird hier auch Mädchen erlaubt, Fußball oder Baustellen zu mögen. Ich finde, das Buch geht auch schon für jüngere Kinder. | Link

 

Cover: Der Bus von Rosa Parks Silei„Der Bus von Rosa Parks“ von Fabrizio Silei & Maurizio Quarello (ab 8 Jahren)

Ich denke, das ist jetzt kein Buch, das viele Kinder sehr oft lesen wollen – trotzdem ist es eine wichtige, und sicherlich auch interessante Lektüre. Rosa Parks war eine Afroamerikanerin, die sich eines Tages geweigert hat, ihren Sitzplatz für einen Weißen freizugeben – obwohl das zu jener Zeit gesetzlich vorgeschrieben war. Daraus resultierte ein Erstarken der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung, in dem Rosa Parks Seite an Seite mit Martin Luther King für die Gleichberechtigung Schwarzer BürgerInnen in den USA kämpfte. Das Buch ist nicht perfekt – z.B. wird der Begriff „Farbige“ verwendet, womit viele People of Color nicht einverstanden sind, da er eine Fremdbezeichnung darstellt. Trotzdem ist es für Eltern und LehrerInnen ein wichtiges Buch. Für sensible Achtjährige ist das Buch für mein Erachten aber noch nichts, da an einer Stelle ein brutaler Angriff auf einen Schwarzen von einigen Ku-Klux-Klan-Mitgliedern beschrieben wird – inklusive der Illustration der gruseligen weißen KKK-Kapuzen. | Link

Cover Exit Racism rassismuskritisch denken lernen Ogette„exit RACISM. rassismuskritisch denken lernen“ von Tupoka Ogette (für Jugendliche und Erwachsene)

Wir können mit unseren Kindern nicht wirklich über Rassismus sprechen, wenn wir selbst eigentlich nicht so viel darüber wissen – z.B. ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, was der Unterschied einer Fremd- und einer Selbstbezeichnung ist. Viele Menschen – vor allem Weiße in Deutschland – halten Rassismus ein Problem, das vor allem (früher) in den USA auftauchte, oder heute in den neuen Bundesländern. Eine echte Auseinandersetzung mit Rassismus kann nur gelingen, wenn wir uns eingestehen, dass wir alle – egal welche Hautfarbe wir haben – rassistische Anteile in uns tragen, und dass dies unbewusst unser Denken und Handeln immer wieder beeinflusst – weil Rassismus eben nicht erst anfängt, wenn Geflüchtetenheime angezündet werden, sondern dort, wo wir Menschen rassifizieren. Und das machen wir alle und wir machen es ständig – nur ist es uns nicht bewusst. Das macht uns nicht zu schlechten Menschen – es  gehört zu unserer normalen Sozialisation und wir hatten keine Chance, es anders zu lernen. Aber heute können wir unser Herz und unser Denken öffnen und dazu beitragen, dass wir die Gesellschaft verändern. Dieses Buch von Tupoka Ogette führt einfühlsam und urteilsfrei an das Thema heran – auch ihre Workshops kann ich nur allerwärmstes empfehlen, ich selbst war bei zwei dabei! Tupoka Ogette bietet Workshops zum Thema Rassismus, Critical Whiteness und auch Empowerment an – z.B. auch für Weiße Eltern Schwarzer Kinder. Dringende Herzensempfehlung! | Link

Cover Nelly und die Berlinchen„Nelly und die Berlinchen“ von Karin Beese (ab 3 Jahren)

Dieses Buch schreibt sich explizit Diversität (=Vielfalt) auf die Fahne: Die Berlinchen sind nämlich ein afrodeutsches, ein muslimisches und ein Weißes Kind einer alleinerziehenden Mutter   – aber nur äußerlich, denn inhaltlich erleben hier einfach nur Kinder mit ganz unterschiedlichen Hautfarben ein ganz normales Großstadt-Spielplatz-Abenteuer. | Link

Cover Vor den 7 Bergen Schneewittchens EnkelVor den 7 Bergen: Davon wie Schneewittchens Enkel in die Berge wollen und alles schiefgeht (ab 7 Jahren)

Ein herrlich schräges Buch (inhaltlich wie illustratorisch) von einer alleinerziehenden Mutter von sieben Kindern, die so gar nicht einsieht, am Strand ihren deutlichen Bauch einzuziehen. Die Kinder haben anscheinend auch unterschiedliche Väter, denn die Zwillinge dieser wilden Großfamilie sind Kids of Color. Die STIKO-Empfehlungen sind der Mama auch noch piepe, denn der Urlaub muss aufgrund von Windpocken verschoben werden, und insgesamt geht einiges drunter und drüber, wie es das Leben mit Kindern nun mal mit sich bringt. Ein wunderschönes und wundervolles Buch! | Link

Cover Sieben Prinzessinnen und jede Menge Drachen„Sieben Prinzessinnen und jede Menge Drachen“ von Christina Björk & Eva Eriksson (ab 4 Jahren)

Diese Prinzessinnen brauchen weder wachgeküsst, noch gerettet zu werden: Eine Prinzessin, die sich nicht waschen mag, die andere rettet ihren Bruder vor einem gefräßigen Drachen, eine Prinzessin wäre lieber ein Drache, eine bittet vor Langeweile vergeblich einen Drachen um die eigene Entführung, und sogar eine Prinzessin of Color ist dabei! Und alle furchtlos und so gar nicht fein. Herrlich! Mein Sohn mag das Buch sehr gerne! | Link

 

Cover Abrakazebra„Abrakazebra. Jeder braucht ein bisschen Zauberei“ von Helen Doherty & Thomas Docherty (ab 4 Jahren)

Im kleinen Dörfchen Nichtviellos ist plötzlich doch viel los, als ein fremdes Zebra mit seiner Zaubershow seine Zelte aufschlagen möchte. Die Ziege findet das gar nicht gut, denn es ist nun wirklich nicht einzusehen, dass Fremde plötzlich so viel mehr Aufmerksamkeit bekommen, als sie, und so streut sie üble Gerüchte über Zebras, und säht die Angst, dass das Futter nicht mehr für alle reichen würde. Und schließlich wird das Zebra tatsächlich vertrieben. Aber nur kurz – die Ziege sieht ein, dass so ein Zebra auch eine Bereicherung für das Dorfleben ist, und gemeinsam holen sie es zurück in ihre Gemeinschaft. Das Buch ist in schönen Reimen geschrieben und gibt Gelegenheit, Fremdenfeindlichkeit kindgerecht zu thematisieren. | Link

Du gehörst dazu Das große Buch der Familien„Du gehörst dazu. Das große Buch der Familien“ von Mary Hoffman & Rob Asquith (ab 4 Jahren)

Die Vielfalt des Zusammenlebens – hier ist sie in ganzer Schönheit und großer Ausführlichkeit zu sehen! Große Häuser, kleine Häuser, viele Geschwister, wenige Geschwister, eine arbeitende Mutter mit Hausmann, Weihnachten oder Chanukka, Ein-Eltern-Familien, Zwei-Papa-Familien, Adoptiv-Familien… alle finden hier einen Platz, und alle gehören dazu! | Link

 

Kennst Du weitere Kinderbücher, die Dir in dieser Hinsicht gefallen? Oder Bücher, die Dir in genau dieser Hinsicht überhaupt nicht gefallen? Wie handhabst Du das?

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58 Kommentare
  1. Danke für den Beitrag, ich erinnere mich noch gut an die Debatte des Umschreibens vor 5 Jahren. Ich überlege schon länger, wie ich Bücher am besten umschreibe.
    „dieses Wort trägt so viel Schmerz in sich. Ich würde mir wirklich wünschen, dass es einen gesamtgesellschaftlichen Konsens zur Ächtung dieses Wortes gäbe, so dass wir auch nicht mehr die zensierte Version verwenden müssten. Ich will, dass es ausstirbt.“
    Ich finde das absolut nachvollziehbar, aber solange es den nicht gibt, lieber aufklären (drüberschreiben) oder wirklich lieber zum Vergessen des Wortes beitragen (überkleben)?

    Denn was, wenn mein es Kind später woanders hört und dann nicht weiß, dass es etwas schlechtes ist? Klar, wir reden dann darüber, aber wenn ich nicht dabei bin, wenn er allein mit Freunden ist, wäre es dann nicht gut, wenn er das weiß und vielleicht sogar (wenn er so wird, wie ich mir das wünsche) sagt, dass es nicht ok ist, solch ein Wort zu benutzen?

    Und für die Pro-Buchliste: „Good Night Stories for Rebel Girls: 100 außergewöhnliche Frauen“
    Habe es selbst noch nicht, soll aber ziemlich toll sein.

    • Ich habe meinem Kind diese Bücher nicht vorgelesen. Um das N-wort und andere Formen von Rassismus haben wir bei anderer Gelegenheit gesprochen. Von diesen gibt es leider mehr als einer*m das liebt ist.
      Und als z.B. Pipi Langstrumpf in der Kita Thema war, habe ich mit ihm darüber gesprochen, was ich an diesen Büchern kritisiere.

      Es gibt zum Glück gute Bücher und keinerlei Notwendigkeit rassistische und sexistische Bücher vorzulesen.

    • Liebe Katharina,

      ach wie cool, „Rebel Girls“ kommt jetzt auch auf Deutsch raus! Ich kenne es aus dem englischen Sprachraum, und war immer etwas neidisch, habe es aber auch noch nicht gelesen. Da freue ich mich drauf. Ich bin sicher, für Jungs geben sie auch gute Gute-Nacht-Geschichten ab. 🙂

      Es stimmt natürlich, dass unsere Kinder nicht drumherum kommen – aber ich weiß, wenn wir uns wachen Augen in der Gesellschaft bewegen, gibt der Alltag genug Gelegenheit, diese Dinge zu thematisieren.

      Grundsätzlich finde ich es sehr schwierig, darauf zu bestehen, die Dinge vorzulesen, wie sie da stehen, bloß weil sie halt da stehen. Ausgesprochene Dinge werden durch das Aussprechen existent: You can’t make them unheard. Wenn Deine Tochter gehört hat, dass Mädchen dumm sind, dann hat sie das gehört. Natürlich kannst Du dann sagen: „Nee, Mädchen sind gar nicht dumm“ – aber die Aussage „Mädchen sind dumm“ hat dann schon Eintritt bekommen.

      Ich würde übrigens meinem Kind niemals sagen, dass es nicht ok ist, bestimmte Wörter zu benutzen. Ich beschreibe meinem Kind eher, wo diese Wörter herkommen, in welchen Zusammenhängen sie früher benutzt wurden, und was es bei den Menschen, die damit gemeint sind, heute noch auslöst.

      Aber ja: Die Gefahr, dass mein Kind woanders Dinge mitbekommt, die ich noch nicht mit ihm thematisiert und entsprechend eingeordnet habe, besteht immer. Ich habe diese Sorge sehr präsent im Zusammenhang mit Pornographie. In welchem Alter kann man welches Thema ansprechen und kindgerecht einordnen? Ich fürchte, dafür gibt es keine pauschale Lösung, ich habe jedenfalls keine.

  2. Guten Morgen, danke für diesen schönen und vor allem wichtigen Beitrag! Auf meinem Blog sammle ich auch sogenannte „Bücher gegen Vorurteile“, vielleicht magst du ja mal vorbeigucken, ein paar Bücher haben wir sozusagen „doppelt“! 🙂
    Liebe Grüße,
    Julia

    • Hallo Julia!

      Ach wie schön, toller Blog, auf dem ich bestimmt noch rumstöbern werde!

      Liebe Grüße!

  3. Schöner Artikel! Teilweise schon krass, was da vermittelt wird.
    Ich habe (noch?) keine Kinder, daher kann ich mir es etwas schwierig vorstellen mit dem modifizierten Vorlesen, wenn beide Elternteile abwechselnd aus dem gleichen Buch vorlesen.
    Wie macht ihr das?

    Liebe Grüße
    Caro

    • Hi Caro

      Ich habe in manchen Büchern Dinge rausgestrichen, meist mit Bleistift. Das mag natürlich nicht jede, sonst denke ich aber manchmal nicht dran.

      Liebe Grüße
      Daija

    • Hallo Caro!

      Ja, das ist eine gute Frage – vor allem bei getrennt lebenden Eltern, wa?

      Tatsächlich habe ich schon entsetzt gehört, wie mein Mann meinem Sohn die eine oben genannte Stelle mit dem Froschkönig und dem Mädchen mit den strohigen genauso vorgelesen hat, wie’s da steht – ich würde sagen: klassischer Absprache-Fail!

  4. Ich fände es viel schöner den Kindern alles vorzulesen und dann aber zu erklären. Schließlich sollen aus ihnen Menschen werden, die sich eine eigene Meinung bilden können und das wird ihnen hier doch verwehrt.Ich habe diese Bücher als Kind alle selber gelesen und geliebt, aus mir ist trotzdem eine selbstbewusste Frau geworden, die nicht das N-Wort brnutzt oder denkt Menschen mit Kopftücher seien weniger wert. Spätestens in der Schule kommen Kinder mit solchen Themen in Kontakt, und ich bereite meine lieber darauf vor…

    • Ich denke, um auf Diskriminierung vorzubereiten bedarf es nicht, dass Bücher mit diskriminierenden Inhalten vorgelesen werden. Der Alltag in unserer Gesellsachft „bieten“ leider viele Gelegenheiten Diskriminierung zu thematisieren und auch auch einen kritischen Umgang mit Büchern und anderen Medien zu vermitteln.
      Ich sehe keinen Sinn darin, einem Kind ein Buch vorzulesen, in dem es sich positiv mit der Hauptfigur identifiziert und dann merkt, dass diese Person sich rassistisch und / oder sexistisch verhält, v.a. nicht wenn das Kind noch sehr jung ist. Da halte ich postive Vorbilder für wichtig.

    • Auf meiner Seite können einige postive Medien auf Deutsch und auf Englisch gefunden werden. Schwerpunkt sind Medien mit Schwarzen Hauptfiguren, die ich rassismuskritisch betrachtet positiv finde.

    • Da bin ich deiner Meinung

  5. Danke für diesen super Artikel und die Empfehlungen! Ich formuliere beim Vorlesen ebenfalls um und einige Bücher habe ich einfach komplett weggelassen. Ich mag z.B. Pippi Langstrumpf sehr, habe aber die Südsee-Geschichten meinen Kindern nicht vorgelesen. Ab einem gewissen Alter kann man die problematischen Wörter ja dann mit den Kindern durchaus bereden und erklären.

  6. Vielen Dank für die diesen Artikel. Es ist gut, dass Du darüber schreibst.
    Hier in Großbritannien ist es für kleine Kinder leicht, vielfältige Bücher zu bekommen, in Deutschland merke ich, dass das noch lange nicht der Fall ist. Deswegen finde ich die Idee, mal eine. Artikel für ein Printmagazin zu verfassen, ganz gut, also wie auf Deiner Facebook Seite vorgeschlagen.

  7. Vielen Dank für diesen Artikel! Auf meinem Blog stelle ich Bilderbücher vor, die meiner Meinung nach für eine Pädagogik der Vielfalt geeignet sind: http://www.vielfalterbuecher.wordpress.com . Ich würde auch gerne deinen Artikel dort verlinken. Und vielleicht findest du ja in meiner Sammlung noch ein paar Bücher, die dir gefallen.

  8. Ich fasse mich kurz, danke danke für diesen Artikel und die Literaturtipps!! Einige Bücher haben wir schon, einige werden bestimmt noch den Weg zu uns finden! Liebe Grüße Nina

  9. Danke für diesen interessanten Artikel und die klaren Worte, die Du darin findest. Ich muss gestehen, ich habe als Teenager auch nicht wirklich verstanden, was an N*-Küssen schlimm sein soll oder wieso manche Menschen diese Uraltkinderbücher um neutrale Begrifflichkeiten umschreiben möchten – das ist gleichermaßen der Fluch und der Vorteil, wenn man als hellhäutiger Mensch in einer Umgebung mit einer Menge hellhäutiger Menschen aufwächst und somit selten bis nie mit Rassismus oder sonstigem negativem Umgang miteinander in Berührung gekommen ist.

    Aber mit den Jahren bin ich auf derlei immer aufmerksamer geworden, denn Worte haben Macht, und gerade solche unbedachten Wertungen wie ‚weil er der Vater ist‘ oder ‚weil der Job dann zur Hautfarbe passt‘ sind Sachen, bei denen man erst viel zu spät feststellt, welchen Einfluss sie auf junge Menschen haben können, ohne dass man es will. Es ist einfach schade, wie viel Schubladendenken nach wie vor existiert, und wie sehr es uns in Wahrnehmung und Umgang beeinflusst.

    Seit ich in Großstädten gelebt habe, in denen Vielfalt und viele verschiedene kulturelle Einflüsse geherrscht haben, kommen mir Dörfer auf dem Land, in denen es nur eine ausgeprägte Kulturrichtung gibt, erschreckend arm vor…

  10. ich finde auch immer dieses bild von königinnen, königen, prinzen, prinzessinnen, usw. schrecklich. dass man diese menschen als natürlich gegeben und richtig ansieht, so als würde man diese brauchen etc. da wird einem als kind schon eingebläut, dass es menschen geben muss die über andere herrschen, die mehr besitzen als die anderen und die von den anderen auch noch steuern eintreiben dürfen, als ganz natürlich anzusehen.

    danke für diesen beitrag

    lg
    chris

  11. Ich finde es im Grunde ja gut, wenn hinterfragt und in den Anfängen neuer Literatur das ganze dann zuvor überdacht wird!
    ABER dann schöne alte Kinderbücher im einzelnen total auseinander zu nehmen finde ich nicht förderlich…
    Da war dieser Artikel ja eigentlich noch nett, im Gegensatz zu anderen die ich schon so mitbekommen habe.
    Es geht dabei doch nur darum eine schöne Geschichte zu erzählen. Und es sind nun mal auch alte Werke, in denen das Leben auch noch etwas anderes war!

    „Die Kinder von Bullerbü“ hat meiner Tochter sehr gefallen, zur Zeit lesen wir den kleinen Michel. Was meint ihr, was da für Schabernack passiert, und JA, dort sind die Frauen auf Haus und Hof tätig, und der Knecht wurde quasi zur Armee eingezogen.
    Ich finde dieses „Rollenspielen“ zwischen Kindern nicht bedenklich. GENAUSO wenig finde ich es bedenklich wenn meine Kleine rosa kitschige Kleidung trägt und auf Einhörner steht, ODER auf Bäumen klettert und mehr Jungs als Freunde hat und Lego und Star Wars mit ihnen spielt. Und natürlich übernimmt sie die Prinzessin Lea, die aber sehr taff ist. Genauso soll doch bitte auch jeder Junge tragen was er möchte, auch wenn dann mal Rosa dabei wäre. Und nein davon wird niemand schwul. ABER anders herum, Mädchen aufzuzwingen sie MÜSSEN frei nach der neuen Lockerheit auch Star Wars & Co. auf Shirts tragen, damit sie NICHT typisch Mädchen sind, finde ich genauso quatsch. Meine DARF alles, wir laufen als Frauen ja heutzutage auch mit Hosen rum. ;P
    Aber aufzwingen tue ich ihr nichts, und wenn sie sich nun mal gern hübsch macht mit Kleidchen, oder auch mal mit Zöpfchen frech mit Jungenhemd anzieht, SOLL SIE DOCH! DAS nenne ich Toleranz!

    Es gibt heut zu tage so viele lockere Dinge, ich bin ein sehr toleranter Mensch! Der Papa meiner Kleinen ist übrigens Pansexuell (nur um das mal zu verdeutlichen, dass ich auch mehr kenne, als nur meine kleine Blase namens Komfortzone)

    Das einzige, was ICH immer selbst kritisch sehe, und wobei ich diesem Artikel VOLL zustimme, ist etwas wie das hier angesprochene N-Wort, oder andere teils sehr harte Schimpfwörter.

    ABER, dass ein Lasse aus Bullerbü über seine Schwester mit Spruch herzieht ist doch aus dem wahren Leben gegriffen. Mädchen und Jungen gehen nun einmal miteinander so um. Viel wichtiger ist es doch, dass wir den Kindern näher bringen, dass sie TROTZDEM selbstbewusst aufwachsen. (Von mir kommen dann manchmal sogar kommentare nach einem gelesenen satz; „Boah war der Lasse aber frech zu siener Schwester, so geht man aber nciht miteiannder um!“ und dann grinsen wir und lesen weiter.
    Es gibt sicher kritische Dinge, z.b. an Pipi Langstrumpf, wie z.b. solche Wörter… ABER hat die kleine Pipi nicht damals schon den Mädchen gezeigt, ihr könnt auch stark sein?! – Ich muss zugeben wir haben nur Buch eins gelesen, wir fanden es nicht sooo spannend. Wir mögen die TV Serie lieber.

    Zitat:
    „Ich weiß, dass der Verlag Pippis Vater mittlerweile „Südseekönig“ statt „N-könig“ nennt – damit behelfe ich mich bei den seltenen Gelegenheiten, in denen ich aus Pippi Langstrumpf vorgelesen habe. Allerdings habe ich hier dann mit meinem Sohn Gespräche darüber geführt, dass das natürlich Quatsch ist, und dass Schwarze Menschen auf Südsee-Inseln in Wirklichkeit sicher Besseres zu tun haben, als angespülte Seemänner zu ihrem König zu machen.“
    HERRLICH!! 😀

    Deine „Technik“ das was stört wegzulassen, oder anders zu umschreiben für kleine Kinder finde ich gut. 🙂
    Meine Maus ist mit bald 8 Jahren ja schon etwas größer und wenn ich über Wörter beim lesen stolpere, die ich als nicht OK erachte, erkläre ich sie ihr. Genauso wie Wörter, die sie noch nicht kennt, oder versteht, weil die „alten“ Bücher eben teils auch noch anders geschrieben waren. Da geht es los damit, was ist eine Magd und was macht die.

    Es ist super, sich schöne neue Bücher die zeitgemäß sind, auch anzuschauen! Aber darum die alten Bücher mit heute vergleichen oder verteufeln möchte ich persönlich einfach nicht. Dann hätte man im Vergleich lieber die Sterotypischen Modelmädchen Hefte nehmen sollen. DIE sind schrecklich. Nicht, weil sie den Mädchen irgendwelche Model masse aufzwingen, das wäre in dem alter quatsch, wie du sagtest, klein gucken sie da noch eher auf uns, wenn wir eine Diät nach der anderen machen. Aber solche Hefte erzählen doch keine schönen Geschichten! Es geht nicht ums größer, oder erwachsen werden, um Konsequenzen erleben und und und!

    Übrigens, unsere Kleine bekommt sehr wohl mit, dass ich wir aufs aussehen etc achten, und auch ich möchte, dass sie aufs aussehen achtet. Dabei kommt aber nicht, > Mädchen dürfen nicht im matsch spielen, davon werden die Fingernägel dreckig! <
    Das klingt dann eher so; "Wie siehst du aus, so kommst du nicht an den Tisch, und wer sich dreckig macht muss sich eben auch waschen, zur Not auch schrubben und Fingernägel eben kurz schneiden. Wer auf Bäume Klettert und im Dreck rumbuddelt, darf halt keine langen Fingernägel haben!"

    Um es mal aus Designersicht zu sagen; JA niedlich und kitschig kommt besser bei Mädchen, und Stark und taff besser bei Jungs an. Das hat aber nur zum teil etwas mit Erziehung zu tun! Auch mag das Umfeld eine Rolle spielen, aber manchmal sind es doch eben auch die Geschlechtsmerkmale!
    Als Kleinkinder sind sie sich immer noch sehr ähnlich, (Sieht man ja auch an dem Beispiel mit dem kleinen Jax und seinem Freund Reddy) aber aller spätestens ab Schulbeginn kommen die Phasen, wo es um das eigene Ich und die Selbstfindung geht, und dabei geht es eben ganz groß auch darum, wer bin ich, wer ist der andere, und was unterscheidet uns.

    Es funktioniert eben auch einfach… egal ob es in der Werbung bei einem Plakat oder Film und Buch ist. Wenn wir z.b. Werbung erschaffen. Wir wollen die Menschen dort abholen, wo sie sich angesprochen fühlen und wo sie sind. Bestes Beispiel;
    Wer stirbt in einem Horrorfilm als erstens? Richtig, das "kreischende, aufgetakelte Mädchen" oder der "Mann anderer Herkunft" Manchmal geht es auch einfach um Unterhaltung, und es ist GERADE dann kreativ und schön, wenn eine Autor, egal ob Film oder Buch aus dem Klischee ausbricht, und es für mich eben nicht total vorhersehbar ist! Oftmals ist es eben aber einfach pur vorhersehbar. Und als der kleine Michel zum zweiten Mal den Kopf in die Schüssel steckte, weil seine kleine Schwester fragte, wie er das denn geschafft habe, war es für meine Tochter auch total vorhersehbar. ABER sie saß gespannt da, und wartete ob sie recht hatte. Und wer weiß ob sie gedacht hatte; "Man ist der Junge doof", ABER ich denke nicht, dass sie es bei einem Mädchen nicht genauso gedacht hätte. Ich erinnere mich an ein kleines Mädchen was den Kopf zwischen die Treppengitter steckte. *lach*
    Aber genau aus solchen Dingen zieht sie eben auch ihre eigenen Lehren, doer vergleicht es mit sich und ihren Erfahrungen. und da wir nicht auf einem altertümlichen Bauernhof leben, oder in einem Prinzessinenschloss, denke ich schon, dass sie den Unterschied zwischen Wahrheit und Fiktion in den meisten Dingen versteht und kennt. Und dort wo sie es nicht kennt, lernt sie es noch, durch Erfahrung des Lebens und uns als Vorbilder!

    Wenn meine Tochter solche schönen alten und auch neuen Geschichten dazu anregen, Bücher und das Lesen selbst zu mögen, und sie dann nicht so ein Iphone Zombie wird, ist es mir relativ egal, welche übertriebenen Stereotypen darin vorkommen! (Apropo, ihr eigenes Kinder-Lesebuch hat eine Buchstaben hexe… warum sind eigentlich FAST immer nur Frauen hexen? ;P)

    Für mich als Mutter ist es die Aufgabe, dass ich ihr die verschiedenen Wege aufzeige. und sorry, ICH mag das klassische "Mutter backt und kocht für die Familie und Vater geht arbeiten". Bei all dem Verständnis gegenüber anderen, muss man doch auch für mich Verständnis haben, und das akzeptieren?! Genauso werde ich ex akzeptieren, wenn sie sich für einen völlig anderen Weg entscheidet.
    Dein Beitrag scheint ja zu zeigen, dass du offen bist, aber sind andere das auch, die diese Thematik anprangern?

    Mein Kind, soll und wird ihren eigenen Weg finden, und ich glaube nicht, dass ein Buch über Kinder aus Bullerbü sie in ihrem eigenen Ich einschränken!

    Es ist gut zu hinterfragen! Das streite ich nicht ab, aber meine Meinung ist einfach, dass Kinder noch viel mehr aus dem Umgang und ihrem eigenen Umfeld lernen, als von irgend etwas, dass sie vorgelesen bekommen – wie du ja selbst sagst.
    Meine Mutter geht arbeiten, mein Vater nicht.
    Mein Partner geht arbeiten, ich gehe an einer Schule studieren. Als mein Kind klein war sagte sie dann auch mal; "Mamas gehen zur Schule!" Und jetzt fragt sie, wenn ich mit meiner Abschlussarbeit fertig bin, ob ich dann auch arbeiten gehe, oder dann für sie zu hause bleibe?! 😀
    (Wenn man sich das leisten könnte, könnte ja auch der Papa zu Hause bleiben, damit hätten wir ja auch kein Problem.. aber kaum einer kann heutzutage eine Familie mit nur einem Gehalt durchbringen…)
    WIR sind also das Vorbild, wenn ich ihr also die Bücher erkläre, dann wird sie mit der Sicherheit und dem Selbstbewusstsein aufwachsen das dazu gehört.
    Wir sind übrigens auch am abnehmen, als Elternteile, da geht es aber um UNS, nicht darum, was andere über uns denken. und vor allem ums gesünder und sportlicher werden! Sitzender Job und so. 😀

    OK, ich schweife ab, Entschuldigung! 🙂

    Lange Rede kurzer Sinn:
    Es bei neuen Werken zu beachten finde ich mehr als Sinnvoll, auch den Kindern es offen und respektvoll zu vermitteln. Aber "schöne" alte Literatur, die uns als Kinder schon begleitet hat darum zu verteufeln finde ich etwas ungünstig. Jedem das seine, egal ob anderes Geschlecht, oder gar völlig andere Lebensweise. Und die Lebensweise meiner Oma, war damals nun einmal eine andere.

    Wir schauen übrigens mit unserer Tochter auch kein "normales TV"… ich gucke mit ihr schöne alte Anime / Trickfilmserien wie Heidi und Biene Maja und solche wie "Eine fröhliche Familie" Gott, sind die überhäuft mit Klischees… ABER auch mit Lehren wie Ehrlichkeit, zusammen halt unter Freunden und Familie, Treue usw… viel besser, als der meiste Schrott der heute läuft!!
    Auch Disney lieben wir – auch wenn die teils ja noch mehr verpönt sind…

    Vielleicht noch ein letztes Wort;
    Ich wollte niemanden angehen und finde eine Diskussionsrunde auf offener netter Basis immer gut und wollte gern meine Meinung kund tun. Ich und mein Senf. ;P
    Alles in allem kann ich deinen Beitrag unterstreichen, ich gehe nur vielleicht einen kleinen Tick lockerer damit um!

    Ganz liebe Grüße, Sanne

  12. Großartig – danke für diesen Beitrag, der meinen Blick für solche Details wieder geschärft hat! Ich hatte 2015 eine Buchliste begonnen und habe deinen Beitrag jetzt dort aufgenommen:
    http://buchkind-blog.de/fremde-nachbarn-elefanten-im-haus-gegen-rassismus/

    Liebe Grüße
    Dagmar vom Buchkind Blog

    • Oh cool, danke schön! Gucke ich mir mal in Ruhe an, Deine Liste. 🙂

  13. Vielen Dank für diesen schönen Beitrag. Vieles war mir gar nicht bewusst. Besonders bei Jim Knopf war mir bislang nichts aufgefallen, außer als das Paket aufgemacht wurde und der Junge Jim getauft wurde – der vorprogrammierte Name für einen afrikanischen Sklaven, finde ich.
    Eine Freundin aus Ghana sagte übrigens einmal, ihrer Tochter und ihrem Mann sei schlecht, weil sie zu viele N*Küsse gegessen hätten.

  14. superbeitrag!!!! wir lesen sehr gern und die bücher aus deiner liste gefallen mir sehr gut, allerdings sind die kinder schon etwas älter (11,9,6) und da kann man schon ganz gut über diese gesellschaftlichen probleme mit ihnen reden. aber auch das was wir leben ist wichtig und deswegen sind unsere freunde/wahlfamilien bunt. ich denke tatsächlich, dass man als „dunkler mensch“ vielmehr aufmerksamkeit für diese formulierungen bringt… egal ob man schwarz ist, ein araber, oder ein jude, ein pole… weil man dann doch immer irgendwie von den anderen unterschieden wird…. auf die gute oder schlechte weise. meine mädchen wollen schwarze haut haben 🙂 wissen, dass es homosexuelle gibt und dass es egal ist wer mit wem schläft, wenn es beide so wollen… ich denke, wir werden diese probleme nicht aus der welt schaffen in dem wir bücher umschreiben. ich denke „zusammenleben“ ist viel wichtiger. und ich meine wirkliches „zusammen“ wo keiner ausgegrenzt wird – egal aus welchem grund.
    viele grüße von
    aneta

  15. DANKE, DANKE, DANKE!!!!

    Ein großartiger Artikel! Ich werde ihn direkt ausdrucken und in die Bücherei meiner Mutter hängen!

    Ich bin noch gar nicht auf die Idee gekommen, solche Bücher einfach anders vorzulesen. Ich habe sie einfach bisher verbannt und war etwas traurig darüber, dass ich meinem Sohn nicht Pippi Langstrumpf vorlesen kann, wenn er alt genug ist.

    Beste Grüße
    Maren

  16. Ich finde das generell sehr schwierig denn egal wie man manche Menschen bezeichnet mit anderen Merkmalen es macht doch immer darauf aufmerksam dass sie Anders sind. Icj glaube den Kondern ist das egal woe man es tut aner ihnen ist der Unterschied eben bewusst. Problematisch macht das leider alles insere Geschichte. Mein Sohn ist selbst ein Mischling und hat neulich auf einen Afrika er gezeigt und wollte wissen „das da“ 🙂
    Haben alle Beteiligten zum Glück mit Humor genommen.

    • Liebe Kristina!

      Ich bin mir nicht ganz sicher, inwiefern Du Bezug auf meinen Artikel nimmst – vielleicht hast Du ihn ja auch gar nicht ganz gelesen?

      Und: „Afrikaner“ gibt es übrigens genauso, wie es einen „Europäer“ gibt.

      Viele Grüße
      Sohra

  17. Vielen Dank für die tolle Einführung. Das sind sehr wichtige Themen, die auch uns in der Familie beschäftigen – Stichwort critical whiteness.
    Mir wurden vor einigen Jahren regelrecht die Augen durch ein tolles Seminar geöffnet, das dein Thema verlängert: „Learning to be white“. Seit dem kann ich sie nicht mehr vor den Ismen unsrer Gesellschaften verschließen, und seit dem habe ich kein Verständnis mehr für groß geschriebene WENNs und ABERs. Ich wünsche meinen Kindern, dass sie offener und unvoreingenommener auf die Welt zugehen können als ich es konnte.

    Wen es interessiert, der kann sich mal bei dem ehrenamtlichen Verein http://phoenix-ev.org umschauen.

    • Lieber Matthias!

      Auch Dir danke ich für das Verlinken – ich kannte Phoenix tatsächlich schon, habe es aber noch nie zu einem der Trainings dort geschafft.

      Liebe Grüße!
      Sohra

  18. Huiui danke für die vielen Empfehlungen und die Denkanstöße generell- hier einer von mir: du kritisierst, dass people of color so selten Protagonist(inn)en sind und bei Jim Knopf als Ausnahme so unnötig oft die Hautfarbe thematisiert wird. Wer sagt aber, dass zB bei den Kindern von Bullerbü nicht people of Color dabei sind? Welche Hautfarbe hat denn Momo? Welche Dornröschen?

    • Liebe Anna,

      zeig mir mal bitte eine Illustration von einer Dornröschen of Color. Oder einer Inga, Britta, Lisa of Color oder einem Lasse, Bosse oder Ole of Color. Dann sprechen wir weiter.

  19. Danke für deinen ausführlichen Beitrag und deinen Umgang mit den Kinderbüchern. Die Vorschläge sind auch toll und mir fiel dabei noch ein, als du die Puppe mit der Beinprothese angesprochen hast, dass es ja eben auch genauso beim Speilzeug, Ausmalbüchern etc. ist. Sehr schade!
    Ein Shop im Aufbau versucht gerade Bücher (die du auch vorstellst), Spielzeug, Puppen und und und auch mit verschiedenen Aspekten dagegen zu arbeiten und bietet tolle Dinge an. Vielleicht findet hier mensch noch Dinge, die sich schon lange gewünscht sind? Ich finde ihn toll!
    https://diversity-spielzeug.de/

    Liebe Grüße

    • Liebe Sophie!

      Super, dass Du den Shop verlinkst, der ist echt toll! 🙂

      Viele Grüße!
      Sohra

  20. Ok hier: http://www.kinderwelt-stmartin.de/bilder/scherenschnitt_dorn.jpg
    Dann können wir ja jetzt weiter reden.

    Du hast natürlich vollkommen recht- klar, sind nahezu alle Illustrationen in oder von jedem Kinderbuch ziemlich eindeutig – ich hab ja nur einen Scherenschnitt verlinkt aber mein Märchenbuch zeigt eigentlich (fast) nur solche.
    Also liegt dann das Problem nicht bei den Illustrationen und nicht bei den Geschichten an sich? Gerade bei Märchen bin ich da ganz klar für Ja!

    Natürlich nicht überall und ich will auch gar nicht alles verharmlosen und sagen, dein Artikel ist übertrieben – er ist wichtig und du hast gut ausgewählte Beispiele, die für sich stehen und einem die Augen öffnen. Und letzten Endes bleibt es ja das Problem, dass People of Color quasi nicht repräsentiert sind in der Welt der (alten) Kinderbücher. Ob nun durch Worte oder Bilder!

    Ich möchte nur auf diesen Umstand hinweisen – wir sind schon sehr kritisch, wenn gar nix über die Hautfarbe da steht, gehen wir automatisch von weißen Menschen aus, wenn explizit genannt wird, dass dem nicht so ist, finden wir das schon völlig übertrieben und unnötig und ein erster Schritt in Rixhtung Rassismus.

    PS: kleine Story of my life: mein Töchterchen stellt sich gern vor, dass Ronja Räubertochter mit Mogli im selben Dschungel in Indien wohnt und die zwei zusammen da Abenteuer erleben – hey, ist Ronja dann nicht auch „of color“, hier finde ich das typische Coverbild auch nicht eindeutig.

    • Gibt das Coverbild nicht eigentlich das Bild wieder welches der Illustrator vor Augen hatte?
      Wenn der Erfahrungshorizont (damals) auf eher hellhäutige beschränkt war, warum darüber aufregen.

      OK, sollte heute etwas anders sein.
      Doch ich stelle eher fest, dass man sich den geistigen Horizont von den Medien einschränken lässt, statt sich durch die Geschichten (in den Büchern, die die Fantasie anregen sollten) den Geist zu erweitern.

      Worte sollen Vorstellungen übermitteln, etwas beschreiben.
      Erst die Bilder, die in meinen Kopf entstehen, machen es aus, wie ich es werte.
      Welches Bild kann also entstehen von etwas unbekannten?
      Welches Kind kennt Rassismus?
      Man verhindert Rassismus nicht indem man ein Wort nicht gebraucht.
      Man könnte es verhindern indem man ein anderes Bild vermittelt.

      Doch anstatt den Kindern ein realistisches Bild zu vermitteln, lässt man sie lieber von dem Medien verblöden und belügt sie.
      Die Medien geben auch nur das Bild von jemanden ab, der eine Vorstellung hatte.
      Doch statt sich eigene Vorstellungen zu machen, übernimmt man lieber die Vorstellung eines anderen.
      (Und prüft nicht ob sie besser sind als die eigenen.)

      Mein Kopfkino beim lesen von Büchern war meist viel besser als der Film im Kino.
      Doch lesen und sich selbst Bilder zu machen strengt ja an.
      Konsumieren von TV ist leichter.

      Doch was gibt es noch gutes im TV?
      Was ich als sehenswert erachte sind zumeist Sonderkanäle.
      Ansonsten eigentlich nur schlechtes, negatives, Mord und Totschlag, Sex, irreale Welten.

      Tolles Bild das wir den Kindern vermitteln
      mit der Zusatzlüge Weihnachten und Ostern.

  21. Supertoller Artikel!! Vielen Dank!!
    Geht gleich in die Lehrerfortbildung…

  22. Vielen Dank für diesen sehr offenen und tiefblickenden Beitrag! Oft denkt man nicht über die eigene Wortwahl nach. Ab sofort werde ich bewusster darauf achten. Vielen Dank auch für die Literaturtipps!

  23. Vielen Dank für den Beitrag und die Buchvorstellungen, Nelly und die Berlinchen haben wir schon, das mögen wir sehr! Ich habe auch angefangen, in Kinderbüchern, in denen mir zu viele (oder ausschließlich, gerade in älteren Büchern ) blonde und blauäugige Mädchen vorkamen, ein oder zwei Mädchen eine andere Hautfarbe zu geben. Das klappt mit Wasserfarben ganz wunderbar.

  24. Danke Frau Orwell. Ihre Gedanken- und Lesekontrolle ist ganz toll. Zum Glück ist Astrid Lindgren schon verstorben und muss sich den Mist der PC-Jünger nicht mehr anhören. Vielleicht schläft ihren Kindern vor lauter Gleichmacherei dereinst das Gehirn ein und die Synapsen weigern sich, sich weiter zu verbinden. Lesen Sie mal ein Kinderbuch in Japan, im Gaza-Streifen, in China, in Nigeria… einfach irgendwo, wo die Leute keine Zeit haben, sich den Kopf über Sachen zu zerbrechen, die gar nicht relevant sind.

    • Liebe Olivia,

      ich bin mir ganz sicher: Würde Astrid Lindgren noch leben, hätte sie ihre Bücher anders geschrieben. 🙂

    • Hallo Frau Brunner,

      ich bin ganz ihrer Meinung.

      Vielleicht hatten sie die Anregung zu Orwell ja von meinem Beitrag bevor er gelöscht wurde.
      Wenn nicht hätten wir zumindest ähnliche Gedanken.

      Ich werde mich hier nicht weiter beteiligen, hier wird man wegen einfachster Wörter gelöscht.
      Mit solchen Personen möchte ich nicht meine Zeit verschwenden, denn diese sind blind für die wirklichen Probleme und erschweren einen das Leben unnötig.

      Sofern sie einen Gedankenaustausch wünschen, suchen sie mit meinem vollen Namen im Internet (Habe eine eigene Homepage).

      Grüße aus Tansania

  25. >> werden Kommentare, die rassistisch-diskriminierenden Ausdrücke beinhalten, umgehend gelöscht. Dabei ist es völlig irrelevant, wo Du lebst. Wenn Du nicht sicher bist, welche Begriffe dazugehören, kannst Du gerne hier nachgucken: http://www.kultur-oeffnet-welten.de/media/material-downloads/glossar_rassismuskritischersprachgebrauch.pdf <<

    Als ich lesen konnte habe ich die Bücher 1001 Nacht (Ausgabe von 1961) gelesen.
    Das war zwar kein Kinderbuch, doch ich fand sie interessant.

    Doch 1001 Nacht dürfte ja auf der rassistisch-sexistischen Liste ganz oben stehen (wenn ich sie mit den Link vergleiche).
    Hier werden People of color der unterschiedlichsten Arten beschrieben.
    Viele Kindergeschichten bauen auf 1001 Nacht auf.

    Doch wenn ich mir vorstelle, 1001 Nacht in bereinigter Form zu lesen, hätte ich wohl schnell das Interesse verloren.

    Auch die überarbeiteten Versionen der Gebrüder Grimm sind nicht mehr sonderlich lesenswert (haben den Sinn-Inhalt verloren).

    Und Astrid Lindgren hätte wohl die die Frage gestellt ob die Geschichten besser geworden wären nach dem umschreiben.

    Georg Orwell 1984 und Brasil lassen Grüßen.

  26. Danke für den tollen Artikel! Das war bestimmt viel Arbeit.

    Mir geht es mit Astrid Lindgren so wie Dir mit Michael Ende – es ist nicht so leicht zu akzeptieren, dass meine Heldin „etwas falsch“ gemacht haben soll. Aber es stimmt schon, mir ist es auch wichtig, dass ich meinen Kindern keine diskriminierenden Inhalte vorlese.

  27. Guten Abend.

    Besten Dank für diesen Artikel und die erwähnten Bücher 🙂
    Ich persönlich halte es eher damit, kritische Passagen während des Vorlesens zu kommentieren, damit das Kind merkt, dass manches auch anders betrachtet werden kann.
    Was die Erwähnung beispielsweise der Hautfarbe angeht, so bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite birgt eine Erwähnung die Gefahr, dass ein Teil des Publikums die Figur auf ein Klischee reduziert – quasi als „Stellvertreter*in“ der gezeigten Gruppe. Auf der anderen Seite erhöht eine kurze Erwähnung – nicht mehr – die Sichtbarkeit und kann bewirken, dass die Lesenden ihre eigenen Vorurteile einmal kritisch überprüfen. Ich gebe Ihnen recht, dass sich nicht das ganze Buch nur um diesen einen Aspekt einer Figur drehen sollte. Eine „weiße“, heterosexuell und heteroromantische Figur beschäftigt sich ja auch nicht ein ganzes Werk über nur damit, „weiß“ und hetero zu sein. Als Angehörige einer sexuellen Minderheit, deren Existenz in den Medien weitgehend geleugnet wird – ich bin asexuell – bin ich persönlich um jede Figur froh, die anhand ihrer eigenen (!) Äußerungen als asexuell identifizierbar ist.

    Lernbücher, die mir recht gut gefallen, sind jene aus der „Wieso, weshalb, warum?“-Reihe. Zwar mehr oder weniger heteronormativ, aber die, die wir zu Hause haben, weitgehend ohne Rollenbilder – Ausnahme ist wie immer das Werkstatt-Buch *seufz*
    Als Comic zu empfehlen wäre „Die mutige Prinzessin“ von Rod Espinosa. Nicht perfekt, aber ein Anfang.
    Aus dem Ulrich Burger-Verlag gibt es für ältere Kinder „Der Lemmes“ von Marco Reuther. Ich werde in den nächsten Wochen – lese das Buch meinem Kind derzeit vor – herausfinden, ob es kritikwürdige Stellen gibt.

    Mit besten Grüßen,
    Carmen Keßler

    • Hallo Carmen!

      Ja, das kann ich nachvollziehen: Wenn man zu einer gleichsam unsichtbaren Minderheit gehört, dann ist Sichtbarkeit wichtig. Das Ding ist: Hautfarbe ist nicht unsichtbar – eigentlich geht es mir tatsächlich genau darum, dass sie unsichtbar WIRD. Ich würde mir wünschen, dass es einfach ganz selbstverständlich ist, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Hautfarben haben, und das keinerlei spezielle Erwähnung, Zuschreibung, Sonderstellung mit sich bringt. Diese Form von Sichtbarkeit – und sei es in einer Erwähnung – ist nicht die Form von Sichtbarkeit, die wir brauchen.

      Vielen Dank für die Tipps, die gucke ich mir an! Viele Grüße!

  28. Super, danke für den schönen Artikel!

    Mit den meisten diese Bücher bin ich aufgewachsen und ich liebe sie. Dennoch sehe ich auch die Problematik, die du beschreibst. Ich versuche nicht,mich dadurch verrückt werden zu lassen.

    Meine Tochter (4) und ich lesen ganz viel Janosch und Astrid Lindgren – ich finde die Bücher auf den meisten Ebenen einfach nur klasse! Allerdings bin ich auch sehr gut darin, Sätze beim lesen umzuformulieren oder einfach auszulassen. Teilweise änder ich auch das Geschlecht ab. Das N-Wort musste ich so noch nie benutzen. Und andere Stellen, bei denen einfach umdichten nicht geht(oder auch Szenen in den Verfilmungen), nutze ich dann sozusagen als Möglichkeit, Themen zu diskutieren. Z.B. „Wieso sagt sie denn, Mädchen seien nicht so stark?Was glaubst du? Ist das nicht Quatsch?,…“

    Wichtig für mich ist das Bewusstsein. Ich mag nciht auf die Geshcichten verzichten und sie wird im KIga vermutlich eh mit solchen Themen in Kontakt kommen. Ich finde, (gerade ältere) Bücher sollten immer Gegenstand zur Diskussion sein.

    Das kann die Verwunderung sein, warum ein kleiner Junge auf seinen Papa warten muss zum Fahrradfahren lernen, und die Mama ihm das nicht beibringen kann. Oder was heiraten eigentlich bedeutet oder verliebt sein und dass das zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen ebenso sein kann. Oder wenn es ums Tiere essen geht sich zu wundern,warum so viele Menschen so selbstverständlich Tiere essen.
    Diese Sachen sind halt eben nciht nur in Büchern so, sondern im kindlichen Alltag und (leider) können wir unsere Kinder nicht von STereotypen und Alltagsrassismen und -sexismen fern halten. Aber wir können sie zum Gegenstand von DIskussion und Aufklärung machen.

    Letztens war ich mit meiner Tochter auf dem Klimacamp und da gab es eine Reihe super interessante „alternative“ Bücher. Ich weiß leider nicht mehr die Namen, aber es ging da auch ganz viel um Stereotypen. Warum ist pink eigentlich für Mädchen und blaufür Jungs? Was gibt es für unterschiedliche Familien- und Lebensformen? und und und. Die fand meine Tochter auch ganz spannend.

  29. Danke fuer den tollen Beitrag und die Anregungen. Wenn die Kinder dann groesser sind, kann ich die Buecher von Alex Wedding waermstens empfehlen und mich wuerde deine Meinung dazu auch sehr interessieren. Vor allem „Ede und Unku“ und „Hubert, das Flusspferd“. Zeitbedingt leider auch mit einigen problematischen Begriffen, aber Entwicklungsromane bzw. Kinderbuecher, in denen die Helden nicht von Anfang an perfekt und diskirminierungsfrei agieren und in denen spannende Vorbilder geschaffen werden. Das zweite Buch ist eins der ganz wenigen Kinderbuecher, die sich kritisch mit der Kolonialgeschichte auseinandersetzen. (problematisch ist hier nur die Idealisierung von DDR und Sowjetunion, die man aber auch anders lesen oder einordnen kann.)

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