So war das Vegane Familiencamp 2017!

Ach Ihr Lieben, war das schön! Letztes Wochenende, genau gesagt vom 25. bis 28. Mai 2017, war das ERSTE VEGANE FAMILIENCAMP! Und, ja, irgendwie war das echt etwas Besonderes. Wenn ich mir die Fotos so ansehe, wird mir ein bisschen kribbelig.

So ziemlich genau in der Mitte Deutschlands, direkt an einem kleinen See und bei schönstem (und wirklich arg heißem) Wetter haben sich über 30 vegane Familien, insgesamt knapp 100 große und kleine Menschen zusammengefunden. Ich hatte ja schon seit Jahren davon geträumt, das zu organisieren – ein kleiner Schutzraum, eine kleine gelebte Blase, in der vegane Eltern und vegane Kinder einfach mal unter Gleichgesinnten sein können. Und was soll ich sagen? Es war sogar noch ein Tick schöner, als ich es mir vorgestellt hatte! Aber seht selbst:

Veganes Familiencamp 2017

Es gab einen kleinen Sandstrand, und am Anfang hatten wir den sogar fast für uns. Einige Familien reisten schon am Mittwoch, den 24. an, da war noch nicht viel los auf dem Campingplatz und an der Strandbar. Das sollte sich über Christi Himmelfahrt und bei dem bombigen Wetter noch ändern… Abends haben wir alle gemeinsam gegrillt.

Veganes Familiencamp

 

Im Laufe des Donnerstags waren fast alle Familien dann angereist. Der Sandhaufen erwies sich als großer Freudenpfuhl für unsere Kinder: Der Campingplatz-Betreiber erzählte mir später, dass er es einfach nicht geschafft hatte, ihn vor unserer Ankunft entfernen zu lassen, und dass er nicht auf die Idee gekommen sei, wie sehr er bespielt werden würde. Überhaupt waren die Campbetreiber sehr begeistert von uns und unseren Kindern: Sie erzählten allen die es hören wollten, wie toll die Leute auf der „Veganer-Wiese“ (wir hatten einen ganzen Abschnitt des Platzes für uns) mit ihren Kindern umgehen! Wir waren aber auch so eine tolle Truppe. Ich hatte mein Stillkissen vergessen (ohne Stillkissen kann ich nur schlecht schlafen und unausgeschlafen gehe ich mindestens der Hälfte meiner sozialen Kompetenzen verlustig), eine andere Mitcamperin ihr Portemonnaie. Unsere Hilfegesuche über unseren eigens für das Camp eingerichteten E-Mail-Verteiler, über den wir uns im Vorfeld und während des Camps ausgetauscht haben, hatten immer Über-Erfolg – gleich mehrere antworteten prompt und alles ward gut.

Veganes Familiencamp

Vegane Kinder quietschfidel! Diese quatschnasigen Cuties bespaßen einander schon seit Ewigkeiten! Ich kenne ihre Mütter noch aus StudiVZ-Zeiten – da gab es nämlich die Gruppe „Vegane Mamas“, aus der dann später, als StudiVZ den Bach runterging, die Facebook-Gruppe „Vegane Eltern“ hervorging. Diese Internet-Gruppen sind für viele vegane Eltern eine wichtige Stütze, ein kleiner geschützter virtueller Raum. Auch ich war damals sehr dankbar für meine Mama-Gruppe und fühle mich bis heute den Mamas und Kindern verbunden, auch wenn wir einander nicht oft sehen – wir wohnen über ganz Deutschland verteilt.

A propos über ganz Deutschland verteilt: Auch unsere CamperInnen kamen echt von ÜBERALL her! Das blaue Zelt-Symbol auf der Karte ist unser Campingplatz, die grünen Blumen drumherum sind die Städte, aus denen die veganen Familien anreisten. Ist das nicht toll? Ganz ehrlich: Als ich anfing, meine Idee des veganen Familiencamps konkreter in die Öffentlichkeit zu tragen, war ich mir ja gar nicht sicher, ob es überhaupt Resonanz gibt. Bevor ich mich traute, hier bei TofuFamily.de dazu aufzurufen fragte ich erst mal in der oben genannten Facebook-Gruppe vorsichtig herum, ob es denn Leute gäbe, die Bock darauf hätten. Und dann steht die Nummer plötzlich und die Leute kommen aus ganz Deutschland angereist! Ich bin so glücklich, dass das vegane Familiencamp zu etwas wurde, das so vielen Menschen diese weite Reise wert war. Und auch ein bisschen stolz. 🙂

Und habe ich erzählt, dass wir auch Programm hatten? Zum Beispiel hat Geli (nicht auf dem Bild) einen Hula Hoop-Workshop angeboten!

Veganes Familiencamp 2017

Und Jessica hat mit uns Acro-Yoga gemacht! Einen Schnitz-Kurs für Kinder hat sie auch angeboten. Ich habe meinem Sohn extra vor dem Camp noch ein Schnitzmesser gekauft, und er konnte es nicht erwarten, bis es endlich zum Einsatz kam. Im Kurs haben sie dann kleine Pfeifen aus Bambus geschnitzt. Für Eltern, die sich das dann anhören müssen, nicht so ideal, für die Kinder der Mega-Hit!

Veganes Familiencamp

Und mit Simone gab es eine Walderlebnis-Führung! Wir hatten nämlich den Nationalpark Hainich direkt umme Ecke. Simone ist auch mit einem Grüppchen auf die Suche nach essbaren Kräutern und Wildpflanzen gegangen. Andere Familien haben sich noch zusammengetan und sind gemeinsam auf den Baumkronenpfad gegangen. Ach ja: Möchte jemand den muskulösen Herren im grünen Shirt mal fragen, woher er als Veganer denn bitteschön sein Protein herbekommt?

Veganes FamiliencampUnd ich habe eine kleine Einführung in Gewaltfreie Kommunikation gegeben.

Veganes FamiliencampDie meiste Zeit haben wir aber einfach abgehangen. Für den Donnerstagabend hatten wir ein Potluck verabredet: Alle Familien brachten etwas mit und wir aßen gemeinsam. Und ein veganes Kuchenbuffet gab’s auch noch! Am Freitag- und Samstagabend bekamen wir Essen von einem Vollwert- und Bio-Caterer geliefert, alle anderen Mahlzeiten liefen auf Selbstversorgungsbasis. Im Hintergrund seht Ihr unser Ferienhäuschen – ich bin ehrlich gesagt nicht so der Camping-Fan, und damit war ich nicht ganz allein. Auf dem veganen Familiencamp gab es einige Festunterkünfte, die innerhalb von zwei Tagen ausgebucht waren!

Veganes FamiliencampIch fand ja das abendliche Zusammenkommen am Lagerfeuer am schönsten! Wenn die Sonne langsam unterging und es kühler wurde, machten wir es uns mit Campingstühlen und Picknickdecken am Feuer gemütlich. Im Lauf des Abends schliefen dann nach und nach immer mehr Kinder auf dem Schoß ihrer Eltern ein, und immerhin am letzten Abend holte mein fabelhafter Mann seine Gitarre auch endlich ans Feuer und spielte vor sich hin. Wenn ich ein Bild malen sollte davon, wie für mich Gemeinschaft und Geborgenheit aussieht, dann wäre es genau das. Sehr beeindruckend fand ich: die Raumstation ISS am Lagerfeuer über uns hinwegfliegen zu sehen. Wolli hatte eine App auf seinem Handy, die ihn benachrichtigte, wenn die Raumstation in der Nähe war, so dass wir ihr beim Flug in 400 km Höhe über unseren Köpfen durch den dunklen Erdorbit zuschauen konnten. Und das bei klarsten Sternenhimmel!

Mein Sohn war ja auch hellauf begeistert. Er sagte sogar, das sei der schönste Urlaub seines Lebens! Morgens, direkt nach dem ersten Augenaufschlag, spurtete er aus dem Bett, rein in die Klamotten und raus zu seinen kleinen FreundInnen, die draußen schon auf ihn warteten (wir sind nicht so die FrühaufsteherInnen. Zum Glück gehen meine Kinder da nach mir!). Von früh bis spät waren die Kinder draußen, am See, im Wald, spielten Kicker oder Tischtennis, dachten sich Geheimschriften aus, schnitzten. Mein Herz machte immer einen Sprung, wenn ich ihn hin und her flitzen sah. So viel Ausgelassenheit, so viel Raum, so viel Freude! Und so viel Gemeinschaft und Harmonie. Insgesamt hatten wir eine so schöne Stimmung auf dem Camp.

Veganes Familiencamp

Es war nicht alles perfekt – ich habe eine Liste von Dingen, die ich beim nächsten Mal anders organisieren würde. Es gab sogar eine kleine Familie, die recht früh wieder abgereist ist; es war einfach MEGA heiß da auf unserem kleinen Berg, kaum Bäume, kein Schatten; vor allem für die zeltenden Familien war das eine Herausforderung. Insgesamt bin ich aber mehr als zufrieden mit dem ersten veganen Familiencamp. Und ja: Es wird ein nächstes Mal geben! Schon im nächsten Jahr, ich weiß aber noch nicht ganz genau wo und ganz genau wann, aber ich freue mich jetzt schon darauf.

Und ich freue mich auch über Tipps zu einem geeigneten Campingplatz: gerne halbwegs zentral in Deutschland, mit einigen Festunterkünften (Bungalows, PODs, Schlaffässern, Häuschen, Miet-Wohnwagen), mit Lagerfeuer-Möglichkeit, gerne an einem See und/oder in einem Wald, unbedingt schattig. Kennst Du was? Dann freue ich mich über Hinweise in den Kommentaren! 

© Fotos 1, 3, 6: Sohra Behmanesh; Foto 2: Kathi Wolf-Wunder; alle anderen: Fabrizio Verni

8 Kommentare
  1. Toll!! Ich erkenne Juri und Arietta 🙂 ich hoffe nächstes jahr können wir dann auch dabei sein.
    Wie wäre es auf dem veggi Natur Campingplatz in de roos ?
    Mit bioladen und Fahrverbot auf dem Platz.
    Direkt an der Vecht in der man auch schwimmen kann und Bootfahren.
    Bungalows gibt es dort auch. Und es wird viel wert auf Nachhaltigkeit gelegt.

    Ich habe auch mal eine Fortbildung zum Thema GewaltfreieKommunikation besucht bei der AFS.

    Ich hoffe sehr auf nächstes jahr 🙂
    Tatjana

  2. Was ein toller Bericht liebe sohra 😉
    Wir reden auch ständig über diese tollen Tage 😉 von uns aus hätten wir dort bleiben können auf unserer veganen Wiese 😉 es war wirklich wunderbar 😉 Danke für alles und beim nächsten Camp sind wir sehr gerne wieder mit am Start 😉

    Viele Grüße Sabrina und Familie 😉

  3. Es war wirklich wundervoll! Der Große spielt hier täglich mit seinen Autos und Figuren das Camp nach und erzählt jedem, wie toll es war und dass er nächstes mal unbedingt wieder hin möchte. Da hat sich jeder einzelne der 500km gelohnt 🙂

  4. Oh klingt das toll. Ich hoffe wir können nächstes Jahr dabei sein! Dieses Jahr war unser Kleiner noch zu jung dafür – aber wer weiß, vielleicht klappts ja dann 2018 🙂

    • Profilbild von sohra

      In diesem Jahr waren die beiden jüngsten Teilnehmer deutlich unter 6 Monaten! 🙂

  5. Liebe Sohra,
    vielen Dank für deine Idee und die Organisation des Camps! Es war so, so schön, mit euch allen da zu sein 🙂 So viele Impulse, so viel Freude und Zufriedenheit auf dem Camp – einfach schön!
    Wir freuen uns auf das Camp im nächsten Jahr 🙂

  6. Hallo. Wir möchten auch so gerne im nächsten Jahr dabei sein. Wir wären auch dieses Jahr gerne gekommen, aber das Baby war unterwegs. Gaaar keine Camping-Fans, also würden wir uns schonmal für eine Festunterkunft vormerken.Ich würde es meiner Tochter so sehr gönnen, mal nicht die sonderbaren Eltern zu haben, die ihr keine Wurst kaufen. Wie schön ist nun zu lesen, dass das Camp ein voller Erfolg war.
    Viele Grüße

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