Wie man aufhört, sein Kind anzuschreien – 10 erste Schritte

51qLc0fazgLIn meiner alten Wohnung hatte ich ein Badezimmer, das, typisch für Berliner Altbau, ein langer Schlauch war; wenn ich auf dem Klo saß, berührten meine Knie fast die gegenüberliegende Wand. Ich fand das super, denn genau diese Wand bestückte ich mit Zetteln und Postkarten, auf denen Dinge standen, an die ich gerne erinnert werden wollte. Einer der ersten Zettel, die ich aufhing, war ein Post-It, auf dem stand: „Levi wird nicht angeschrien“. Wie gesagt: Ich wurde meinem Kind gegenüber leider schon immer lauter, als ich es mir wünschte und ich wollte das immer ändern. Ich fand es schon immer falsch, mein Kind anzuschreien; es passierte und passiert mir dennoch immer wieder. Und auch wenn der Idee mit diesem Post-It ein hehrer Gedanke zu Grunde lag, half er natürlich genau NIX. Eigentlich machte er mir nur Schuldgefühle. Die Dinge wurden erst besser, als ich mir das nicht einfach verbot (was halt einfach nicht funktionierte), sondern überlegte, warum ich mein Kind eigentlich anschrie und Entscheidungen traf, die erst mal das Schreien an sich gar nicht konkret betrafen.

Aufhören, das Kind anzuschreien

Familienverhältnisse, Persönlichkeiten und die Welt im Allgemeinen sind komplex, deshalb kann ich nur beschreiben, was mir geholfen hat; vielleicht ist der ein oder andere Tipp für Dich dabei.

1. Die wirklichen Probleme erkennen

Im letzten Jahr gab es eine ziemlich stressige Zeit zwischen meinem Kind und mir. Das war eine neue und irritierende Erfahrung für mich, denn das kannte ich so nicht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als eine Kita-Mama an seinem zweiten Geburtstag zu mir sagte, dass ich ja nun das Schlimmste hinter mir hätte und ich wirklich nicht kapierte, was sie damit meinte. Auch wenn ich natürlich auch mal genervt oder übermüdet war, fand ich alles super, das war auch nicht so schwer, denn meinem Kind schien förmlich die Sonne aus dem Arsch – ein stets glückliches, fröhliches, unbeschwertes Kind, bei dem FreundInnen und Verwandte manchmal nur halb im Scherz fragten, ob es denn überhaupt weinen könne. Als sich das änderte und mein Kind im letzten Jahr zunehmend meckriger, aggressiver und uneinsichtiger wurde, reagierte ich leider nicht besonders empathisch; ich verstand das nicht und wurde selbst zunehmend meckriger, aggressiver und uneinsichtiger (und ehrlich gesagt habe ich den starken Verdacht, dass ich diejenige war, die damit überhaupt angefangen hatte). Erst nach einer Weile verstand ich, dass mein Kind nicht störrisch, sondern unzufrieden war. Es hatte einige Veränderungen gegeben – positive, wie negative und in meinem Kind arbeitete es. Ich selbst war gleichzeitig sehr mit eigenen und sehr frustrierenden Problemen, die primär mit Uni und Zukunfts- und Versagensängsten zu tun hatten, beschäftigt. Und dann kam ich inmitten dieser Umstände auch noch auf die wenig glorreiche Idee, jetzt sei die Zeit des Abstillens gekommen. Es ging also drunter und drüber, aber ich war so beschäftigt mit dem Bewältigen des stressigen Alltags und dem Bearbeiten meiner Probleme, dass ich das nicht gleich erkannte. Es wurde erst besser, als ich aufhörte, auf das Verhalten meines Kindes zu schauen (und mich darüber zu ärgern), sondern auf seine Gefühle und zu überlegen, woher sie kommen.

2. Nachsichtig sein mit mir selbst

Wenn ich ätzend zu meinem Kind war, fühle ich mich hinterher wie ein Stück Scheiße, da hilft keine Beschönigung. Aber davon hat ja niemand was. Schuldgefühle führen zu schlechter Laune; schlechte Laune führt zu Unfrieden und Streit. Mir hilft es mir bewusst zu machen, dass ich zu niemandem so streng und unnachgiebig bin, wie zu mir selbst und dass das eigentlich ziemlich unfair ist. Fehler sind menschlich und sie dürfen mir genauso passieren, wie meinen Freunden – denen ich ja auch nie derart vorwurfsvoll und unnachsichtig begegnen würde, wie oft mir selbst. Immerhin gebe ich wirklich mein Bestes, und ja, manchmal ist mein Bestes nicht wirklich besonders gut, aber ich gebe mir wirklich Mühe und arbeite an mir. Das ist doch schon mal ziemlich cool von mir!

3. Alltag entzerren und Entscheidungen treffen

Wenn das Leben einen hetzt, läuft irgendwas schief. In dieser Zeit des Suchens nach Gründen und Lösungen und der Reflexion verstand ich, dass es in meinem Leben Dinge gibt, die mich wirklich, wirklich stressen und machen, dass ich mich nicht gut fühle. Und wenn ich mich nicht gut fühle, fällt es mir schwer, gut zu anderen zu sein. Ich musste einige Eingeständnisse in Sachen Ziele und Erwartungen machen und mir z.B. bewusst machen, dass es mich nicht zu einer Versagerin macht, diesen einen schwierigen Schein nicht dieses, sondern nächstes Semester zu machen, auch wenn das bedeutet, dass ich meine ursprünglichen Erwartungen nicht erfülle. Scheiß drauf, gibt echt Schlimmeres.

4. Schrei-Tagebuch führen

Wenn ich aufschreibe, in welchen Situationen ich laut geworden bin, hilft mir das, typische Situationen zu identifizieren in denen ich laut werde; ich lerne meine Trigger kennen und kann in Ruhe überlegen, warum mich dieses oder jenes Verhalten meines Kindes auf die Palme treibt. Ich bekomme auch den Raum zu überlegen, warum mein Kind sich auf diese oder jene Weise verhält und wie ich das nächste Mal darauf besser reagieren oder diese Situation überhaupt vermeiden kann.

5. Routinen einführen

Durch mein Schrei-Tagebuch habe ich zum Beispiel erkannt, dass ich abends, wenn es ums Schlafengehen geht, öfter laut wurde. Ich brauchte auch nicht lange, um dann zu verstehen, dass es mich stresst, wenn sich alles verschiebt, verzögert und spät wird. Ich bin ein ziemlich chaotischer Mensch und bisher hatten wir zwar ein Zubettgeh-Ritual, aber keine festen Zeiten. Ich habe jetzt auf meinem Handy verschiedene Wecker eingestellt, die mich daran erinnern, mich um 17.30 ums Abendessen zu kümmern und dass um 19 Uhr Zeit ist, die Zähne zu putzen. Natürlich verzögert und verschiebt sich immer noch alles mögliche, aber weil wir jetzt früh dran sind, ist genug Zeit für noch ein Buch, noch mal und noch mal durstig werden, noch 20 Küsse und trotzdem schläft das Kind schließlich früh genug ein um einen entspannten Abend (und ein ausgeschlafenes Kind am nächsten Morgen) zu gewährleisten.

6. Genug schlafen, essen, trinken

Wenn ich nicht wenigstens sieben Stunden geschlafen habe, hat der nächste Tag kaum eine Chance ausgeglichen oder entspannt zu werden. Unausgeschlafen bin ich reizbar, ungeduldig und super unkreativ in Bezug auf friedliche Konfliktlösungen.

7. Selbstregulation: Aufhören und zählen

Als ich anfangs darüber las, dass ein Weg in ein schreifreies Leben der ist, in einer Situation, in der man gerade laut wird oder laut geworden ist, einfach aufzuhören mit dem Lautwerden, konnte ich nur den Kopf schütteln. Ich bin nicht so sehr geduldig, dafür aber impulsiv und ich dachte, wenn ich fähig wäre, mich in so einer Situation selbst zu regulieren, hätte ich das Problem des Schreiens gar nicht. Aber ich habe es dennoch versucht – und auch wenn es Übung bedarf, funktioniert es tatsächlich! Wenn ich merke, dass ich laut werde oder schon geworden bin, halte ich einfach den Mund und zähle bis 20. Es ist das beste, das ich in dieser Situation machen kann – egal was gerade los ist. Wenn ich dabei bin, laut zu werden, bin ich wütend und beginne die Kontrolle zu verlieren und wenn ich wütend bin und beginne die Kontrolle zu verlieren, ist das, was ich gerade sagen (oder schreien) will, sowieso nicht dazu geeignet, die Situation für alle konstruktiv und würdevoll zu lösen. Es klappt nicht immer, aber immer öfter: Einfach nicht schreien!

8. Hilfe suchen beim Partner

Der Kindsvater und ich sind nicht mehr zusammen, aber ich lebe mit meinem Freund zusammen. Natürlich sind mein Kind und ich trotzdem oft alleine, aber wenn mein Freund da ist, kann er helfen und deshalb habe ich ihn mit ins Boot geholt. Ich habe mit ihm darüber gesprochen und ihn gebeten, mir beizustehen – und zwar nicht, indem er sich auf meine Seite schlägt und mir zum Beispiel hilft dem Kind verständlich zu machen, dass sein jeweiliges Verhalten nicht in Ordnung ist, sondern indem er die Lücke füllt, die sich in so einem Moment bei mir auftut: Ich habe ihn gebeten, die Empathie fürs Kind aufzubringen, die mir in meinem Ärger abhanden kommt, und sich ums Kind zu kümmern. Und das hilft, weil ich einen Moment Verschnaufpause bekomme und weil Empathie außerdem ansteckend ist.

9. Mein Kind genießen

Ich bin eine ziemlich euphorische Mutter. Wenn ich mit meinen Schwestern telefoniere und ihnen erzähle, dass mein Kind derzeit wirklich besonders entzückend ist, lachen sie nur noch, weil ich das schon seit viereinhalb Jahren sage. Ich finde mein Kind aber auch einfach toll – wenn es schläft, wenn es isst, wenn es an die Wand guckt. Wenn er vor mir hergeht und ich auf den Kopf dieses kleinen Menschens gucke, der vor mir her wackelt, könnte ich regelmäßig platzen vor Glück. Auch während ich dies schreibe, kann ich nicht fassen, dass mir tatsächlich dieser unglaubliche Segen zuteil wurde, Mutter sein und dieses wunderbare Kind beim Aufwachsen begleiten zu dürfen.
Als ich in unserer schwierigen Phase so eingenommen war von meinem persönlichen Stress und der Alltag mit meinem Kind überlagert war von Streit und Unfrieden, kam mir dieses Gefühl ein gutes Stück abhanden. Es gab Tage, da wurde ich nervös beim Gedanken, mein Kind von der Kita abzuholen, weil ich regelrecht Angst davor hatte, wie der Nachmittag laufen würde. Als ich das bemerkte, war das Entsetzen gigantisch und nach vielen, vielen trauer- und schuldgefühlgetränkten Tränen begann ich, wieder den richtigen Samen zu gießen. Ich nahm mir die Zeit, meinem Kind einfach zuzugucken – egal bei was. Ich räumte in meinem Kopf alle genervte und gestresste Voreingenommenheit weg und guckte ihm einfach zu; beim Spielen, beim Gehen, beim Essen, beim Schlafen, beim an die Wand gucken. Das hat etwas mit Achtsamkeit, mit Ruhe, mit Fokus zu tun und das. Und das ist durchaus lenkbar. Es hat nicht lange gedauert und der Enthusiasmus über dieses Wunder war zurück. Und wenn ich jetzt mein Kind von der Kita abhole, habe ich vor Vorfreude wieder Herzklopfen wie ein verliebter Teenager.

10. Über Erfolge freuen!

Jede typische Stress-Situation, die nicht mehr stressig ist weil Du Methoden entwickelt hast um sie zu entzerren, ist ein Erfolg. Jede Stress-Situation, die immer noch stressig ist, aber in der Du nicht geschrien hast, ist ein Erfolg. Jeder Tag, an dem Du nicht geschrien hast, IST EIN ERFOLG! Und auch wenn es zwischendurch Situationen oder Tage gibt, die nicht so gut laufen, schmälert das nicht die Tatsache, dass ich mir Mühe gebe und es Fortschritte gibt. Ich habe festgestellt, wie wichtig es ist, mir diese Wertschätzung und Anerkennung selbst zu schenken – sie gibt mir Kraft für die nächste stressige Situation.

24 Kommentare
  1. was für ein grandioser text!!!! <3

  2. Du schreibst mir gerade von der Seele. Ich bin eine so stolze Mama und mir passiert es auch immer wieder das ich laut werde. Das ist dann ein Hin – und Hergeschreie. Und danach fühle ich mich so schlecht und denk mir jedesmal, das mein größtes Glück auf Erden meine 3 Jährige Tochter ist. Ich selbst führe eine schlechte Ehe, gehe 30 Stunden arbeiten und da gibt’s Tage die sind dann einfach to mouch. Daher Danke für diese motivierenden und ehrlichen Worte.

  3. Es ist wirklich schön einen ansprechenden und vor allem ehrlichen TeXT von einer anderen Mutter zu hören. Das beruhigt wenn es auch mal bei mir nicht so läuft. Meistens hört man nur das oder dies darf man nicht oder man muss das so und so handhaben. Ich liebe meine drei Kinder, ja und ich gehe noch 20 Stunden arbeiten und manchmal ist alles zu viel und ich ägere mich über mich. Danke für so viel Gefühl und Ehrlichkeit.

  4. Danke für diesen tollen und ehrlichen Text! Trifft genau ins Schwarze.
    Als ich bei Google „warum schrei ich mein Kind an“ schrieb, dachte ich jetzt kommen irgendwelche klugscheisser Texte die einem noch zusätzlich bestätigen das man eine Furchtbare Mutter ist , aber das was du schreibst ist top. Danke dafür. Ich sitze gerade auf meinem Bett und würde gern den ganzen Tag vergessen, weil ich so ein schlechtes Gefühl habe, meine kleine so angeschrien zu haben 🙁 aber ab morgen wird alles besser, hoffentlich!

  5. Wirklich treffend! Habe auch gerade aus Mega schlechtem Gewissen heraus gegipfelt. Nehme mir so oft vor nicht zum schreien und doch kommt es ständig vor. Habe Angst etwas in meinen Mädels kaputt zu machen und will es wirklich ändern. Alleine den Text zu lesen hat schonmal geholfen, dass ich mich bisschen besser fühle und meine Vorsätze nun mit deiner Strategie umzusetzen.
    Vielen Dank dafür

  6. Ehrlich, wahr und klug. Hab vielen Dank. Mir hilft dein Text gerade dabei, ein Kräftemessen mit meinem 5 Jahre alten Sohn in Würde durchzuhalten. Eine echte Aufgabe, die meine Geduld auf harte Proben stellt. Man gerät einfach in Situationen, die alle guten Vorsätze verpuffen lassen. Dein Beitrag gibt mir heute genau die Entspannung nach der ich dringend gesucht habe…😉

    • Das freut mich sehr! Ich finde auch hilfreich daran zu denken, dass Kräftemessen/Machtkämpfe (unbewusst) immer von Eltern – also mir – angefangen werden, nie von meinem Kind! 🙂

  7. Das ist wirklich ein ganz wunderbar ehrlich authentischer Text mit vielen tollen Lösungsansätzen. Vielen Dank!

  8. Habe deinen Text genau im richtigen Moment entdeckt – Danke dir für deine ehrlichen und hilfreichen Worte ❤️ Jeder Tag bietet die Chance Dinge anders zu machen und dadurch eine positive Veränderung zu bewirken. Sie sind so wertvoll, unsere kleinen großen Wunder!

  9. Wunderschön.💞 danke
    Lg fanny

  10. Danke! Sitze gerade heulend im Bett weil ich mich über mich selber ärgere. Ich bin sehr streng zu mir und gebe mein bestes, daran hat dein Text mich gerade wieder erinnert. Ich werde morgen meinen Sohn wieder beobachten und einfach nicht schreien 🙂 Ganz einfach

  11. Auch ich möchte Danke sagen!! Gerade heute morgen habe ich wieder meinen Sohn angebrüllt!
    Ich schreie auch fast nur noch und versuche mir zu sagen, einfach dann mal nicht zu schreien, wenn ich mal wieder los legen möchte. Leider gelingt es mir selten, aber danke für deine Worte, die mich glauben lassen es auch zu schaffen,
    Auch meine Empathie ist oft vor lauter Stress einfach mal so weg!!! Leider!!!!
    Ich danke dir!!!😘

  12. Vielen Dank für diesen tollen Text, man hat immer sooo ein schlechtes Gewissen, weil man das wunderbarste und tollste was man besitzt anschreit und man denkt man wäre die schlechteste Mama die es nur gibt, aber alle die nach Lösungen suchen ihr Kind nicht mehr anzuschreien, können schon stolz auf sich sein. Weil wir einfach merken, dass das Schreien nicht in Ordnung ist und uns, unserem Kind und unserem Partner nicht gut tut. Ich denke auch immer, dass alle anderen in meiner Umgebung die Ruhe in Person sind und niemals laut werden. Habe mir nu vorgenommen zu singen, wenn ich gestresst bin und schreien will…Mal sehen ob es klappt, wenn das morgendliche Anziehen wieder ewig dauert und man alles zehnmal sagen muss, wird aus meinem Mund „Im Frühtau zu Berge“ zu hören sein. Als Baby habe ich meinem Sohn manchmal stundenlang vorgesungen. Warum mache ich das jetzt nicht mehr??? Wir versuchen das einfach…

  13. DANKE!!!

  14. Danke für diesen Text! Ich nehm mir das fest zu Herzen!

  15. Hallo, ich werde ab morgen alles besser machen! Ich bin ständig nur am schreien ich Versuch mich zusammenzureißen aber leider habe ich eine Trödel Prinzessin und ich bin meistens in allem die schnellste und eiligste davon hat meine Tochter gar nichts geerbt! Leider bringt mich das zur Wut und dann reagiere ich wie ich nicht sollte und danach tuts mir schrecklich leid und ich habe schreckliche Gewissensbisse deswegen! Das 2. Kind schreit auch schon die ganze Zeit herum da sie es nicht anders kennt!! Leider!!! Ich muss was ändern und werde mich ab morgen an deine Tipps halten! So ein Protokoll Buch wäre auch nicht schlecht dann könnte man ein Muster erkennen!

  16. Vielen Dank für diese offenen und ehrlichen Worte. Ich fühle mich verstanden und nun nicht mehr ganz so schlecht…Ich versuche, deine Tipps zu beherzigen…Ich habe schließlich das für mich beste und tollste Kind der Welt ♡

  17. …übrigens das singen hilft wirklich, hab´s jetzt einige Wochen ausprobiert und es klappt wunderbar, ausserdem kalkuliere ich nun mit ein, dass mein Sohn für Kleinigkeiten manchmal viel Zeit braucht, diese Zeit gebe ich ihm nun. Er ist erst zwei einhalb. Die Kinder sind nun mal so. Wenn er sich nicht anziehen will oder ähnliches, hätte ich früher geschimpft, heute sage ich zu ihm, dass ich jetzt was anderes mache z.B. Wäsche aufhängen „du kannst ja in der zwischenzeit weiter trödeln wenn´s dir lieber ist….“ zu 95% zieht er sich plötzlich gaaannz schnell an. Klar gibts auch noch mal einen lauteren Satz zwischendurch aber der geschieht dann zu seiner eigenen Sicherheit, denn auf ein „bitte spiel nicht an der Steckdose rum“ reagiert mein Sohn gar nicht, da muss dann ein resolut und laut ausgesprochenes
    „Finger weg von der Steckdose“ kommen.

  18. Ja ich habe jetzt schon wieder meine süße kleine Maus angeschriehen… ich werde es mit Zählen auf jeden Fall ausprobieren und es freut mich sehr, dass ich mit meinen Gedanken nicht allein bin…. man fühlt sich regelrecht beschießen….. will nur alles rückgängig machen….aber es geht leider nicht. Danke für deine Tipps

  19. Vielen vielen Dank

  20. Lese gerade und sehe mich selbst…..
    Ich habe eine 6 jährige Tochter u ein 10 monate altes Baby. Unter der Woche alleine mit beiden Kids da mein Mann in Bayern arbeitet.
    Derzeit plagen mich starke Existenz Ängste da das elterngeld echt wenig ist dazu Schulvorbereitungen meiner Tochter usw.
    Termine da alles muss ich hinkriegen.
    Ich ärgere mich sehr wenn ich meist meine Tochter anschreie evtl erwarte ich von ihr zuviel mit 6 Jahren ich weiss es nicht.
    Ich denke sie kommt mit der vielen aufmerksamkeit net klar die ich dem baby schenken muss und vermisst dann den papa.
    Er bemüht sich ja das er in bayern weg kommt.
    ICh schreie sie meist wegen Kleinigkeiten an dann aber habe ich andre tage ein schlechtes Gewissen und verwöhne sie.
    Mein Baby ist zur Zeit mega anstrengend will alles kann aber nicht.
    Wenigstens schläft es einigermaßen gut.
    Dein Bericht fand ich absolut toll ich muss etwas ändern.

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