Fünf Jahre TofuFamily.de!

TofuFamily Sohra Behmanesh

Happy Birthday to me, Happy Birthday to me!

Gibt’s ja nicht. Da sitze ich noch kurz am Laptop und will eigentlich schon ins Bett, da fällt mir auf, es ist kurz vor 12, gleich ist der 1. Juli, und da war doch was, was war das noch? WOAAH!! Vor fünf Jahren ist TofuFamily.de online gegangen! Und mir ist ganz feierlich ums Herz!

Was ich dieser Seite nicht alles zu verdanken habe – jetzt mal echt! TofuFamily hat ja buchstäblich mein Leben völlig verändert! Ohne TofuFamily wäre ich ja tatsächlich gar nicht mit meinem fabelhaften Mann zusammen gekommen. Und wenn ich mit dem nicht zusammen gekommen wäre, gäb’s ja auch das Kleine Herzliebchen nicht – und dieses wirklich wundervolle, glückliche, erfüllte Familienleben, das wir zu viert haben. Und wenn ich so darüber nachdenke, wird mir noch ein bisschen feierlicher ums Herz und ein bisschen feucht in der Augenpartie!

Damals habe ich nämlich für eine Tierrechtsorganisation gearbeitet, in der meine Aufgabe unter anderem war, praktisch alle Allgemein-Mails zu beantworten, die wir in unserer Abteilung so reinbekamen – und da war eines Tages auch Danials Mail darunter, der fragte, wie er sich denn vegantechnisch so engagieren könne und uns anbot, für uns eine App zu programmieren. Mein Arbeitgeber kam monatelang nicht aus den Puschen und entschied sich letztlich, bei der eigenen alten Krüppel-App zu bleiben, so dass ich ihn fragte, ob er als Programmierer denn Lust habe, mir mit meinem Projekt zu helfen, ich plane da nämlich eine Webseite für vegane Familien. Er fand die Idee gut, brachte TofuFamily mit auf die Welt, ich schickte ihm ein veganes Fresspaket als Dankeschön, und lud ihn für seinen nächsten Berlin-Besuch auf ein Bierchen ein.

Und der VEBU – der sich bald übrigens in ProVeg umbenennt und leider nicht die Tierrechtsorganisation ist, für die ich damals gearbeitet habe – hatte da auch seine Finger mit im Spiel! Ich hatte mich mit meinem TofuFamily-Konzept damals bei der VEBU-nahen Vegeterra-Stiftung um eine Förderung beworben. Vegeterra fand meine Idee gut, hatte aber keine Fördergelder mehr übrig, und gab meine Bewerbung an den VEBU weiter. Der VEBU fand meine Idee auch gut und stellte mir etwas Kohle zur Verfügung, damit ich einen Programmierer beauftragen konnte, mir meine Seite zu machen. Ungefähr zur gleichen Zeit hat mein fabelhafter Mann, der damals noch nicht mein Mann war, angefangen, für den VEBU eine App zu programmieren (die Restaurantfinder-App, kennt die noch jemand? Leider ist die seit einer Weile offline), da meine Arbeitgeber-Tierrechtsorganisation ja nicht aus den Puschen gekommen war, und kam deshalb fortan öfter mal nach Berlin. Und kam auf meine Einladung auf ein Bierchen zurück. Ich musste ihm gestehen, dass ich gar kein Bier trinke – aber wir haben uns trotzdem äußerst gut verstanden! Wir haben uns irre verliebt, sind ziemlich schnell zusammen gezogen, nach Dänemark durchgebrannt und haben heimlich geheiratet und ein Baby bekommen – das alles ist passiert, seit und weil es TofuFamily gibt. Hach!

Aber auch sonst ist TofuFamily.de so wichtig für mein Leben! Das hat ja auch alles tatsächlich ein bisschen mit Selbstverwirklichung zu tun, mit Raum für mein, äh, Sendungsbewusstsein. Damit, etwas beizutragen und finden können, ein bisschen was Sinnvolles in die Welt zu tragen. Wollt Ihr mal wissen, welche Artikel so die erfolgreichsten waren? Ihr könnt Euch ja gar nicht vorstellen, wie aufregend das am Anfang war, wenn Leute wirklich meine Texte gelesen haben – und auch noch gut fanden! WOAH!!

  • Natürlich gibt’s da den Klassiker: „Vegane und vegetarische Kinder: Sollten sie nicht selbst entscheiden?“ Irgendwann muss ich da mal ne Neuauflage von schreiben, so zufrieden bin ich gar nicht mehr mit dem Text. Aber wird immer noch gerne geteilt.
  • „Gesammelte Gedanken zum Thema Impfen“ – heikles Thema. Dieser Text ist ja ein bisschen aus einem Trotz heraus entstanden, und irgendwie hat er wohl den Nerv vieler Leute getroffen. Lange war er der mit deutlichem Abstand erfolgreichste (und bis heute kontroverseste) Artikel auf TofuFamily. Damals saß ich mit heißen Wangen und völlig ungläubig vor dem Laptop und alle paar Sekunden schraubte sich die Anzahl der Likes (die sieht man jetzt aber nicht mehr, mit dem dramatischen Crash im letzten Jahr und dem daraus resultierten CMS-Umzug sind die mitsamt der alten Kommentare flöten gegangen) unter dem Artikel weiter nach oben! Völlig verrückt! Aber auch wirklich toll: Ich habe wirklich weder vorher, noch nachher jemals wieder eine so friedliche, konstruktive Internet-Diskussion zum Impfen gesehen, wie in der Kommentarspalte auf TofuFamily.de. Was soll ich sagen? Ich habe einfach coole LeserInnen! Es gab wirklich nur zwei Kommentatoren, deren Ergüsse jetzt nicht so sozialverträglich waren und unveröffentlicht blieben – eine tolle Bilanz bei diesem hochexplosiven Thema, wie ich finde! Übrigens ist mein Sohn längst nicht mehr ungeimpft.
  • Und dann kam meine Petition gegen die DGE! Über 3.000 Unterschriften kamen da zusammen! Ich mache das hier ja alles nebenbei und der Text zur Petition war wirklich drei Wochen Arbeit. Das ist die Krux der Akribie. Dauert immer so lang. Die DGE hat sich nie direkt zu meiner Petition geäußert, aber ich bilde mir ja ein, dass mein Vorstoß dazu beigetragen hat, dass die DGE ihre Position zur veganen Kinderernährung überarbeitet hat, auch wenn die DGE-„Kehrtwende“ ein bisschen was von Merkel-Position zur Ehe für Alle hatte. Aber gut Ding will Weile haben, näch.
  • „Wie man aufhört, sein Kind anzuschreien – 10 erste Schritte“ – Puh, das war einer der schwierigsten Artikel, mega privat, mega entblößend. Zuzugeben, dass ich mein Kind anschrie war echt schwer – ich hatte keine Ahnung, was passieren würde, und hatte echt Schiss, dass mich Leute verurteilen würden. Und das Gegenteil passierte! Damals ging der Text gar nicht mal so durch die Decke, aber anscheinend hat er ein ganz gutes Google-Standing, denn bis heute ist er der am häufigsten und regelmäßigsten kommentierte Artikel. Ich glaube, wenn sich jemand traut, etwas zu sagen, worüber man eigentlich nicht redet und Glück hat, sind da ganz viele andere, die mega erleichtert sind, weil sie nicht alleine damit stehen. So war das mit diesem Artikel.
  • Und der allererfolgreichste Artikel in der TofuFamily.de-Historie: „Über die Diffamierung veganer Eltern“. Mittlerweile ist der Likezähler bei 1.600 – das hat echt jede Vorstellungskraft gesprengt. Wie verrückt ist das denn?
  • Und eigentlich wollte ich ja nur eine Top 5 machen, aber jetzt ist mir noch mein persönlicher Lieblings-Text eingefallen: „Warum ich die Frage: ‚Woher kommen Sie?‘ nicht mehr beantworten werde“. Der hatte lange darauf gewartet, geschrieben zu werden.

Und andere Highlights gab’s aber auch: Meine Einladung als Referentin zur VegMed 2014 zum Beispiel. Oder das Interview für Arte und die ZEIT – was für ein Ritterschlag! Oder die Einladung zum SWR Nachtcafé!

Aber was wirklich, wirklich besonders war: das Vegane Familiencamp vor einem Monat. Das hatte irgendwie so einen besonderen Zauber, mir wird da immer noch ganz kribbelig. Das war echt was Spezielles, so ein Ort, an dem wir alle einfach SEIN konnten, eine kleine vegane Paradies-Blase! Und ich bin wirklich richtig bewegt von dem Umstand, dass das Camp auch für viele der TeilnehmerInnen wirklich bedeutsam war, nicht nur, aber gerade für die Kinder! Ich freue mich schon aufs nächste Camp, und ich weiß, dass viele der Familien, die in diesem Jahr dabei waren, auch nächstes Jahr kommen wollen, und ich wünsche mir so sehr, dass vegane Kinder groß werden mit dieser Erinnerung, diesem Ding das zu ihrem Leben als kleine, großwerdende VeganerInnen gehört: dieses traumhafte wiederkehrende Raum- und Zeitfensterchen beim Veganen Familiencamp. Liebe Leute, es war SO SCHÖN!

Ansonsten wird dieser Sommer auf TofuFamily erst noch ein bisschen ruhig bleiben. Ich sitze nämlich endlich, endlich, endlich an meiner Masterarbeit; die Scheiße hinter mich zu bringen hat gerade echt Priorität. Also, nach meinen süßen Kindern halt. Aber für danach habe ich schon viele Pläne: Ich bilde mich ja schon seit einer Weile in Gewaltfreier Kommunikation (GFK) und habe da echt so meinen Weg gefunden (ich schreibe auch meine Masterarbeit über GFK und Schule) aus, ich habe voll Lust, darüber mehr auf TofuFamily.de zu schreiben. Und über Themen rund um Rassismus-Sensibilisierung. Oder darüber, wie Glücks-Unterricht und -Training aussehen kann – dazu habe ich mich ja auch letztes Jahr ausbilden lassen. Und über einfühlsame Elternschaft – dazu habe ich mich nämlich letztes Jahr auch ausbilden lassen. 😀 Und natürlich über vegane Familienthemen. Boah, ich habe voll Bock! Aber ich verspreche natürlich wie immer nix – hier mahlen die Mühlen nämlich sehr gemächlich.

So, und jetzt gehe ich mal wirklich ins Bett, zu meiner süßen Familie, die da schon LÄNGST liegt. Neben meinem Laptop steht das Video-Babyphone und ich kann sie da liegen sehen. Wie wunderbar!

Und wenn Ihr TofuFamily ein Geburtstagsgeschenk machen wollt, dann feedbackt doch mal in bisschen! Was verbindet Ihr mit TofuFamily, was gefällt Euch, was fehlt Euch? Ich würde mich freuen! 🙂 

 

 

4 Kommentare
  1. Liebe Sohra, ich mag deinen Blog sehr gerne! Besonders wertvoll sind für mich die Übersichtsartikel allgemein zur veganen Kinderernährung, zu Vitamin B12 und Vitamin D, die mich als junge vegane Mutter gefestigt haben. Ich lese aber auch gerne über andere Themen bei dir, denn du hast eine tolle Schreibe. Weiter so! 🙂 Und viel Erfolg beim Master. Liebe Grüße aus Karlsruhe

    • Oh, da freue ich mich aber sehr!! 🙂 Danke schön!

  2. Alle paar Monate fällt es mir mal ein, dass ich wieder hier vorbei schauen könnte. Dann lese ich gerne die meisten der Einträge der vergangenen Monate. Weil sie häufig hilfreiche Hinweise oder Anregungen enthalten. Oder zum Nachdenken anregen, oder auch zum (innerlichen) Widerspruch, was ja auch ne positive Sache ist.
    Was mir noch besser gefallen würde: wenn ich die neuen Beiträge regelmäßig lesen könnte. Dafür würde mir eine Twitter-Anbindung helfen.
    Und da Du den Programmierer ja im Haus hast – so weit ich weiß, ist es nicht so aufwendig in die Seite einzubauen, dass ein neuer Beitrag einfach getwittert wird. Das wär doch was? Instragram und Facebook ist nicht alles…

    • Hallo Si!

      Weil mir Dein Wunsch natürlich Befehl ist, gibt’s jetzt tatsächlich einen TofuFamily-Twitter-Account: @TofuFamily – TADAAAA!

      Na ja, also tatsächlich gibt’s den Account schon seit ein paar Jahren, und wirklich, kein Witz: Ich hatte wirklich vor, den Account dieses Wochenende zu aktivieren!

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